Zum Hauptinhalt springen

Geldblog: Berufliche VorsorgeIn die Säule 3a einzahlen, ohne AHV-Beiträge abzuliefern?

Für Pensionierte, die erwerbstätig sind, gelten bei der 3. Säule besondere Regeln.

Illustration: Christina Baeriswyl

Muss ich im ordentlichen Pensionsalter AHV-Beiträge abliefern, um weiterhin 3a-Beiträge abziehen zu dürfen? Jemand, der 66-jährig ist und 15’000 Franken pro Jahr verdient, zahlt wegen der Freigrenze keine AHV-Beiträge. Soweit ich weiss, darf er oder sie trotzdem 20 Prozent des Nettoeinkommens aufs 3a-Konto einzahlen. Leserfrage von M. E.

Laut dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) steht die steuerbegünstige Säule 3a Personen offen, die einer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen und deren Einkommen AHV-pflichtig ist. Wie Sie richtig festhalten, ist dabei nicht vorgeschrieben, dass man tatsächlich zwingend AHV-Beiträge leistet. Denn Personen, welche das ordentliche Rentenalter erreicht haben und weiterhin erwerbstätig sind, müssen auf den Freibetrag von 1400 Franken monatlich oder 16’800 Franken jährlich keine Beiträge entrichten.

Man kann also durchaus ein an sich AHV-pflichtiges Einkommen erwirtschaften, aber bei sehr kleinem Einkommen wegen der Freigrenze effektiv keine AHV-Beiträge zahlen.

Auch im Kreisschreiben 18 der Eidgenössischen Steuerverwaltung heisst es über unselbstständig Erwerbstätige, die das AHV-Rentenalter überschritten haben, wörtlich: «Leistet der Vorsorgenehmer keine Beiträge mehr in eine Vorsorgeeinrichtung, weil er das ordentliche AHV-Rentenalter bereits überschritten hat und Rentenbezüger ist, ist er aber weiterhin unselbstständig erwerbstätig, kann er bis fünf Jahre nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters bis 20 Prozent des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens 40 Prozent des oberen Grenzbetrages nach Artikel 8 Absatz 1 BVG in die Säule 3a einzahlen.“

Auch da wird lediglich als Bedingung genannt, dass man weiter erwerbstätig sein muss, aber es wird nicht verlangt, dass AHV-Beiträge tatsächlich geleistet werden. Dies bedeutet, dass man, um auch nach dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters weiter in die steuerbegünstige Säule 3a einzahlen zu dürfen, eine bezahlte Arbeit ausüben und ein Erwerbseinkommen erwirtschaften muss, wobei die Einzahlungsmöglichkeit auch dann bei Frauen mit 69 und bei Männern mit 70 definitiv endet.

Die Einzahlungsmöglichkeit endet bei Frauen definitiv mit 69, bei Männern mit 70.

Wenn das so erwirtschaftete Einkommen unter der AHV-Freigrenze liegt, sind zwar wegen der Freigrenze keine AHV-Beiträge fällig, die Voraussetzung für die Fortführung der Säule 3a ist aber dennoch gegeben.

Unabhängig davon stellt sich aber die Frage, ob sich in diesem Fall eine Einzahlung und der damit verbundene Steuerabzug wirklich lohnen: In vielen Kantonen darf man nämlich nur kleinere Versicherungsabzüge geltend machen, wenn man weiterhin in die Säule 3a einzahlt. Das gilt auch beim Bund. Man sollte daher vorgängig abklären, ob der Steuerabzug wegen der 3. Säule mehr ausmacht als der Versicherungsabzug, den man je nach Kanton weniger beanspruchen darf. Die genauen Regelungen je nach Kanton bekommt man von den lokalen Steuerbehörden.

Weitere interessante Beiträge aus dem Geldblog:

Wo parkiere ich mein Vorsorgegeld?

Erhält man Witwen- plus Altersrente?

Gefährdet die Corona-Krise die Altersversorgung?

4 Kommentare
    iris dätwyler

    nun denn ich versuchs:

    wer in die 3a säule einzahlt, oder einen höher einksuf ind die 2. säule macht, verlierr, egal wie tief das steuerbare einkommen ist, ab nächstem jahr den anspruch auf prämienverbilligung.

    was genau das dann wiederum bedeutet im zusammenhang mit dem geplanten gegenvorschlag zur begrenzung der prämien- das wöre dann mal interessant zz erfahren.

    und wie verhält es sich bei dem 1. artikel? auch da wünsche ich mir doch klärung.