In bester Beuysscher Tradition
Ein Künstlertrio behauptet, Joseph Beuys' Fettecke zu Schnaps verarbeitet zu haben. Beuys-Witwe Eva schäumt, doch tatsächlich haben die vermeintlichen Vandalen Beuys und sein Werk wesentlich besser verstanden als sie. Ein Kommentar

Joseph Beuys war ein geübter Lügner, das schien ihm wohl sein Beruf zu erfordern: Nachdem er am 16. März 1944 als Angehöriger der deutschen Luftwaffe über der Krim abgeschossen worden sei, hätten Tataren ihn aus dem Wrack gezogen und 12 Tage lang hingebungsvoll gepflegt, behauptete der berühmteste deutsche Nachkriegskünstler: Sie «rieben meinen Körper mit Fett ein, damit die Wärme zurückkehrte, und wickelten mich in Filz ein, weil Filz die Wärme hält.» Wahr war daran wenig: Sowjet-Diktator Josef Stalin hatte die Krimtataren bereits Ende 1943 nach Zentralasien deportieren lassen.







