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Arzt über Impfgegner«Impfskepsis ist aktuell völlig verständlich»

Philip Tarr forscht zu Impfskeptikern: «Zu sagen, die Impfung sei sicher, macht sie nur noch skeptischer.»

Herr Tarr, Sie leiten das Nationale Forschungsprogramm zum Thema Impfskepsis. Wie beurteilen Sie die Informationskampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zur Corona-Impfung: Wird sie die skeptischen Menschen überzeugen?

Die Informationskampagne ist klar pro Impfung. Aus unserer Forschung wissen wir: Diese herkömmliche Art der Impfkommunikation ist einseitig und erreicht eine wichtige Zielgruppe kaum, nämlich die impfskeptischen Personen in der Bevölkerung und unter den Ärzten und Ärztinnen.

Was beanstanden Sie?

Das Bundesamt für Gesundheit schreibt zu den Nebenwirkungen der Impfung: «Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Erkrankung am Coronavirus ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Covid-19-Impfung. Anders gesagt: Das Coronavirus ist die Gefahr, nicht die Impfung.» Diese Aussage können wir aber noch gar nicht machen, weil die Impfungen erst seit Ende Juli in grossen Studien an Menschen verabreicht werden. Die BAG-Kampagne ist von Impfbefürwortern für Impfbefürworter gemacht und will einem impfskeptischen Menschen erklären, warum er sich impfen lassen soll.

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