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Folgen der Corona-KriseIm Lockdown boomen Heimelektronik und Fitnessgeräte

Der Detailhandel in der Schweiz ist zwar gut ins Jahr gestartet. Doch dann kam der Lockdown und schrieb die Regeln neu.

Unmittelbar nach dem Lockdown stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln und Artikeln für Körperpflege.
Unmittelbar nach dem Lockdown stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln und Artikeln für Körperpflege.
Foto: Martial Trezzini (Keystone)

Die Geschäfte für Migros, Coop, Aldi & Co. liefen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gut. Allerdings beeinflusste der Lockdown vom 17. März mit der Schliessung der meisten Geschäfte das erste Quartal 2020 deutlich und führte im Bereich Nichtlebensmittel zu grossen Verlusten.

«Während der Februar im Non-Food ein sehr positiver Monat war, überrascht das negative Non-Food-Ergebnis im März nicht. Dennoch konnten diverse Produktgruppen ein erfreuliches Ergebnis verzeichnen wie auch das Onlinegeschäft», teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Montagmorgen mit.

Grosse Nachfrage für Heimelektronik

Auffallend ist der Heimelektronikmarkt. Durch die Umstellung auf Onlineschulunterricht sowie Homeoffice boomen Märkte wie PCs, Monitore, Peripheriegeräte, Drucker und Computerkameras gerade im März. Auch die Heimunterhaltung legt zu. Dazu liegen Videospielkonsolen im Trend.

Obwohl der Bereich Freizeit insgesamt rückläufig ist, verzeichnen Fitnessgeräte wie Laufbänder, Hanteln, Rudergeräte, Crosstrainer und Tischtennis sowie auch verschiedene Spielwaren für die Freizeitaktivitäten zu Hause einen starken Zuwachs.

Insbesondere im März hätten Produkte aus den Bereichen Homeoffice, Freizeit, Fitness, Gesundheit, Hygiene und Vorratshaltung hohe zwei- bis dreistellige Zuwachsraten erreicht, so die Marktforscher.

Der Schweizer Detailhandel befindet sich per Ende März 2020 mit 2,3 Prozent im Plus gegenüber dem ersten Quartal 2019. Dies sei insbesondere auf das Wachstum von 9,1 Prozent im Bereich Lebensmittel und Körperpflege zurückzuführen, so die Marktforscher von GfK.

Gemäss dem GfK-Marktmonitor für das erste Quartal verzeichnet der Nichtlebensmittelbereich jedoch ein Minus von 8,6 Prozent.

Düstere Aussichten

Wie andere Branchen auch muss sich der Detailhandel auf eine lange Durststrecke einstellen: Die Expertengruppe des Bundes erwartet fürs laufende Jahr im Zuge der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus einen sehr starken Rückgang des Bruttoinlandprodukts.

Das Gremium rechnet für 2020 mit einem Rückgang des sportanlassbereinigten Bruttoinlandprodukts von 6,7 Prozent bei einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent für den Jahresschnitt.

Dies wäre laut Bundesamt für Statistik der stärkste Einbruch der Wirtschaftsaktivität seit 1975.

Die Behörde geht ausserdem für 2020 von einer Minusteuerung von 1 Prozent aus.