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Häusliche Gewalt«Ich wollte meine Frau nicht verletzen»

Ein Mann erzählt, warum er seine Partnerin geschlagen hat – bis sie einen Schädelbruch erlitt. Fachstellen warnen vor zunehmender Überforderung, Ohnmacht und Gewalt während des Shutdown.

«Ich fühlte mich provoziert und wollte sie zur Rede stellen. Deshalb bin ich ihr hinterher ins Badezimmer», erzählt Daniel, der anonym bleiben möchte.
«Ich fühlte mich provoziert und wollte sie zur Rede stellen. Deshalb bin ich ihr hinterher ins Badezimmer», erzählt Daniel, der anonym bleiben möchte.
Foto: Getty Images

«Wir hatten uns wieder einmal gestritten, meine Frau und ich. Wie so oft gings um die Ernährung unserer neunjährigen Tochter. Ich war wütend, sehr sogar. Sie hatte mich einen Waschlappen genannt. Ich fühlte mich provoziert und wollte sie zur Rede stellen. Deshalb bin ich ihr hinterher ins Badezimmer. Dort habe ich sie mit beiden Händen an den Schultern gepackt. Habe sie geschüttelt, sie angeschrien: Das sagst du mir nicht. Dann ist sie mit dem Kopf gegen das Lavabo geknallt. Sie hat einen Schädelbruch erlitten. Meine Frau sagt: Ich hätte sie weggeschleudert wie ein Ball. Das wollte ich nicht. Ich wollte meine Frau nicht verletzen. Ich wollte, dass sie mir zuhört. Wenn ich heute an jenen Frühlingsabend nach dem Lockdown zurückdenke, wird mir elend. Ich bin zu weit gegangen.»

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