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Kolumne Max KüngIch war noch niemals in… Ins BE

Als unser Autor wieder in den Zug Richtung Zürich stieg, dachte er einen Gedanken, den er selten fern der Heimat denkt: Hier könnte ich leben.

Nicht nur die alte Dame bei Dürrenmatt stieg hier gerne aus, sondern auch Autor Max Küng.
Nicht nur die alte Dame bei Dürrenmatt stieg hier gerne aus, sondern auch Autor Max Küng.
Foto: Max Küng

«Erster Akt. Glockenton eines Bahnhofs, bevor der Vorhang aufgeht. Dann die Inschrift: Güllen. Offenbar der Name der kleinen Stadt, die im Hintergrund angedeutet ist, ruiniert, zerfallen.»

So beginnt das weltberühmte Theaterstück «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt – wie ein Spaghettiwestern an einem öden Bahnhof mit Männern, die auf einen Zug warten. Die Idee dazu kam Dürrenmatt, als er selbst in der Eisenbahn sass, genauer: im Schnellzug von Neuenburg nach Bern. Aus des Schriftstellers Sicht hielt dieser unnötigerweise in Ins. Ein Schnellzug! In Ins! Und so war Dürrenmatt gezwungen, den «kleinen, trostlosen» Bahnhof zu betrachten und die «erbärmliche» Bahnhofstrasse. Später schrieb er, dieser Stopp habe ihn ungeduldig gemacht, auch wenn er bloss ein, zwei Minuten gedauert habe. Jedoch waren es «Minuten, die sich für mich lohnten, kam ich doch durch sie wie von selbst auf die erste Szene».

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