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Abhängig von der SozialhilfeWenn sogar eine Einzimmerwohnung zu teuer wird

Werner Meyer, einst wohlhabend, ist Sozialhilfebezüger. Er kann sich nicht einmal mehr seine kleine Einzimmerwohnung leisten. Wie ihm geht es laut dem Verband Avenir 50 plus Schweiz vielen älteren Sozialhilfebezügern. Die Basler Sozialhilfe steche als schlechtes Beispiel heraus.

Sozialhilfeempfänger Werner Meyer verbringt die meiste Zeit seines Lebens in seiner kleinen Einzimmerwohnung. Doch die Sozialhilfe übernimmt nicht die volle Miete.
Sozialhilfeempfänger Werner Meyer verbringt die meiste Zeit seines Lebens in seiner kleinen Einzimmerwohnung. Doch die Sozialhilfe übernimmt nicht die volle Miete.
Foto: Nicole Pont 

Einst war Werner Meyer (Name geändert) das, was man wohlhabend nennt: eigene Firma, Haus in Oberwil, drei schöne Autos und eine Ferienwohnung in den Bergen. Nach einer Scheidung verkaufte er im Alter von 50 Jahren alles, wanderte nach Thailand aus und baute dort sein eigenes Luxushotel auf. Doch der Plan ging nach einigen Jahren schief. Heute lebt Werner Meyer in einer kleinen Einzimmerwohnung – Bett, Büro und Esstisch befinden sich alle im selben Zimmer. Doch sogar diese Wohnung kann sich Werner Meyer eigentlich nicht leisten.

Der 60-Jährige ist seit einem Jahr Sozialhilfeempfänger. Die Miete beträgt 850 Franken ohne Nebenkosten, 80 Franken mehr als die Mietobergrenze der Sozialhilfe. Die ersten sechs Monate hat die Sozialhilfe die höhere Miete noch übernommen, doch nun muss Meyer die Differenz von jenem Geld abzwacken, das für seinen Grundbedarf gedacht ist. Sein kleines monatliches Einkommen kann er dafür nicht nutzen, dieses wird ihm fast vollständig von den Leistungen abgezogen. «Wenn man so wenig Geld hat, sind 80 Franken sehr viel. Ich habe aufgehört zu leben und damit angefangen zu überleben», sagt Meyer.

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