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Corona-Zahlen in den USA explodierenHustende Patienten stehen stundenlang im Regen

Die USA sind nun das Land mit den meisten bestätigten Corona-Fällen weltweit. Und New York City ist das Epizentrum der Krise.

Warten auf den Test: Vor dem Elmhurst-Spital in New York bilden sich lange Schlangen.
Warten auf den Test: Vor dem Elmhurst-Spital in New York bilden sich lange Schlangen.
Foto: Andrew Kelly / Reuters

Mehr als 85’000 Menschen sind in den USA mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 1300 sind an den Folgen der Erkrankung bereits gestorben. Allein in New York City gibt es mehr als 25’000 bestätigte Fälle und mehr als 400 Tote. Die Spitäler stossen an ihre Grenzen, obwohl der Höhepunkt der Pandemie erst in einigen Wochen erwartet wird. Bürgermeister Bill de Blasio sagte, dass sich die Hälfte der 8,6 Millionen Einwohner der Stadt anstecken könnte.

Die Berichte aus den Spitälern sind alarmierend. Allein im Elmhurst Hospital Center im Stadtteil Queens sind Mitte Woche innerhalb weniger Stunden 13 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Das Spital bemüht sich, sämtliche Patienten zu verlegen, die nicht mit dem Virus infiziert sind. Anders lasse sich der Ansturms nicht bewältigen.

400 statt 40’000 Beatmungsgeräte

32 Prozent aller New Yorker Corona-Fälle kommen aus dem Stadtteil Queens, doch gerade dort gibt es am wenigsten Spitäler. Vor der Notaufnahme des Elmhurst Center bilden sich täglich von sechs Uhr morgens lange Schlangen von Menschen, die starke Symptome haben und getestet werden wollen. Die «New York Times» berichtet von hustenden Menschen mit Fieber, die stundenlang im Regen in der Schlange stehen und teils am Abend unverrichteter Dinge wieder nach Hause müssen.

In der Notaufnahme, schreibt die «Times», sei jeder Stuhl besetzt. Manche Patienten seien gestorben, während sie auf ein Bett warteten. Mehrmals pro Schicht ertöne über Lautsprecher der Ruf «Team 700» – der Code dafür, dass ein Patient im Sterben liegt. Das Spital hat 56 neue Pflegekräfte angeheuert, die teils aus dem Ruhestand zurückkehren. Zudem hat die Stadt 40 neue Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt.

Den Mangel an Beatmungsgeräten beschreiben Ärztinnen und Ärzte als gravierendstes Problem. Manche Spitäler haben damit begonnen, zwei Patienten mit einem Gerät zu versorgen. Gouverneur Andrew Cuomo hat von der Regierung in Washington 30’000 bis 40’000 Beatmungsgeräte gefordert. Erhalten hat die Stadt bisher 400.

Angst und Paranoia in den Gesichtern

Dass die Ausbreitung des Virus sich in New York City bald verlangsamt, ist unrealistisch. Ein Grund dafür ist, dass die U-Bahn weniger oft fährt und die Züge nun viel zu voll sind, um den Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten. «Sie standen Hintern an Hintern. Du konntest die Angst und die Paranoia in den Gesichtern der Leute sehen», zitierte die «New York Post» einen Fahrgast.

In Manhattan wird ein Konferenzzentrum zum Lazarett umgebaut. Hotels und Sporthallen könnten folgen. Nicht nur Notaufnahmen und Intensivstationen sind überfüllt, sondern auch die Leichenhallen. Vor dem Elmhurst Hospital Center parkiert ein Kühllaster für die Toten. Der Staat New York hat bei der nationalen Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe um weitere 85 Kühlanhänger gebeten.

61 Kommentare
    P Herrmann

    Trump hat den Regen bestellt, als göttliches Desinfektionsmittel, von "oben", in der Richtung hat er doch exklusive Verbindungen.

    Und die, die so blöd sind unter ihrem eigenen Schirm zu "queuen" haben nicht begriffen, dass Trumps Schirm "Keep America Great" der allerbeste ist, Yeah!