Zum Hauptinhalt springen

Hotspots werden zu GeisterstädtenNach dem Overtourism die Leere

Venedig, Palma de Mallorca, Amsterdam und Co. ächzten in den letzten Jahren unter den Touristenmassen. Jetzt sind sie wie leer gefegt.

Blick auf die Spanische Treppe in Rom: Sie gehört normalerweise zu den Topsehenswürdigkeiten von Rom.
Blick auf die Spanische Treppe in Rom: Sie gehört normalerweise zu den Topsehenswürdigkeiten von Rom.
keystone-sda.ch

Noch vor wenigen Monaten von Scharen von Touristen bevölkert, ähneln viele Touristen-Hotspots nun Geisterstädten – das beweisen Bilder von den betroffenen Orten eindrücklich.

Palma de Mallorca, Spanien

Die spanische Insel Mallorca wünscht sich nachhaltigeren Tourismus und versucht seit Jahren, gegen den vor allem im Sommer akuten Overtourism anzukämpfen. So wird beispielsweise von Kreuzfahrttouristen ein Eintrittsgeld verlangt, und die Vermietung von Ferienhäusern wurde eingeschränkt.

Aktuell bleiben die Touristen der Inselhauptstadt Palma de Mallorca aber fern, wie Drohnenaufnahmen eindrücklich zeigen. Selbst am berühmt-berüchtigten Ballermann herrscht gespenstische Ruhe. Ob sich das Blatt bis zur Hochsaison wieder wendet, ist fraglich.

Amsterdam, Niederlande

Die niederländische Hauptstadt war in den letzten Jahren eines der beliebtesten Ziele für Städtereisende. Vor allem die Hotspots im Zentrum ächzten unter den Touristenmassen. Um die Besucherzahlen einzudämmen, hat die nationale Tourismusorganisation das Marketing um Amsterdam komplett gestoppt. Die Hoteltaxen wurden erhöht, Zimmervermietungen auf Airbnb drastisch eingeschränkt, und Tickets für das Anne-Frank-Haus gibt es nur noch online. Jetzt sind die Strassen leer, wie das Video aus dem berühmten Rotlichtviertel zeigt.

Venedig, Italien

Ein Schiffsunfall im Hafen brachte letzten Sommer das Fass zum Überlaufen: Die Bewohner Venedigs gingen auf die Strassen, um gegen die Touristenflut zu demonstrieren. Heute sind die Plätze, Kanäle und Gassen leer gefegt, wie ein Blick auf die Piazza San Marco (um 17 Uhr) zeigt.

Rom, Italien

Nicht lange ist es her, dass eine handfeste Auseinandersetzung zwischen zwei Touristinnen – beide um den besten Selfie-Spot bemüht – am Trevi-Brunnen Schlagzeilen machte. Die italienische Hauptstadt erliess scharfe Regeln, die das ungebührliche Verhalten einiger Touristen eindämmen sollten. Heute geht es hier – wie in allen italienischen Städten – weitaus friedlicher zu und her.

Barcelona, Spanien

Las Ramblas, die bekannteste Fussgängerpromenade in Barcelona, ist in den letzten Jahren zum Sinnbild des Overtourism geworden. Momentan begegnet man keiner Menschenseele.

New York, USA

Der Times Square in New York gleicht sonst fast immer einem Ameisenhaufen, der getreu dem Motto des Big Apple niemals schläft.

Pyramiden von Gizeh, Ägypten

Nicht nur Städte, auch Sehenswürdigkeiten wie etwa die Pyramiden von Gizeh sind normalerweise Ziel der Touristenmassen. Jetzt herrscht Ruhe.