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«Ich an Carlos’ Stelle wäre auch renitent»

Carlos hätte nicht eingesperrt werden dürfen, sagt heute das Bundesgericht. Wie Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch das Urteil des höchsten Gerichts einschätzt.

Der Sonntags-Blick publizierte Bilder der verwüsteten Wohnzelle des Jugendlichen Straftäters Carlos. Nun will die Zürcher Staatsanwaltschaft wissen, wer diese Bilder der Presse überliess
Der Sonntags-Blick publizierte Bilder der verwüsteten Wohnzelle des Jugendlichen Straftäters Carlos. Nun will die Zürcher Staatsanwaltschaft wissen, wer diese Bilder der Presse überliess
Screenshot Blick
In den Fall Carlos kommt Bewegung – er soll bis Ende Februar freigelassen werden: Blick in ein Zimmer des neuen Bereichs des Massnahmenzentrums Uitikon (MZU). (Dezember 2012)
In den Fall Carlos kommt Bewegung – er soll bis Ende Februar freigelassen werden: Blick in ein Zimmer des neuen Bereichs des Massnahmenzentrums Uitikon (MZU). (Dezember 2012)
Stefan Deuber, Keystone
Setzten sich für ihren Trainingspartner ein: Boxer mit «All for Brian»-T-Shirt in Basel. (September 2013)
Setzten sich für ihren Trainingspartner ein: Boxer mit «All for Brian»-T-Shirt in Basel. (September 2013)
Kostas Maros
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Das Bundesgericht ist zum Schluss gekommen, dass es keinen Grund gab, Carlos in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen. Das Obergericht hielt die Unterbringung für rechtens. Wie kann man die unterschiedliche Auffassung der Instanzen erklären?

Meiner Einschätzung nach hat das Bundesgericht einen Fehlentscheid des Zürcher Obergerichts korrigiert. Das Urteil sagt deutlich, dass Carlos’ Sondersetting vor allem wegen des wachsenden öffentlichen Drucks abgebrochen wurde, nicht wegen seines Verhaltens. Das ist besorgniserregend und mit rechtsstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar. Ich an Carlos’ Stelle wäre vermutlich auch renitent.

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