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Der Landrat wählt die neuen Präsidien Heinz Lerf und Anton Lauber sind die beiden Höchsten

Die Spitzen von Parlament und Regierung wurden schon fast mit Einheitsresultaten gewählt. Die Abweichung betrug gerade mal zwei Stimmen.

Gruppenbild der gewählten Würdenträgerinnen und Würdenträger in etwas ungewohnter Umgebung. Die neue Spitze des Baselbiets besteht (v.l.n.r.) aus Lucia Mikeler, Regula Steinemann (Vizepräsidentinnen des Landrats), Landratspräsident Heinz Lerf, Regierungspräsident Anton Lauber und Regierungsvizepräsident Thomas Weber.
Gruppenbild der gewählten Würdenträgerinnen und Würdenträger in etwas ungewohnter Umgebung. Die neue Spitze des Baselbiets besteht (v.l.n.r.) aus Lucia Mikeler, Regula Steinemann (Vizepräsidentinnen des Landrats), Landratspräsident Heinz Lerf, Regierungspräsident Anton Lauber und Regierungsvizepräsident Thomas Weber.
Foto: Stefan Leimer

Die Frage war am Donnerstag, als der Landrat unüblicherweise erst am Nachmittag zur Wahl der Präsidien von Parlament und Regierung schritt, nur noch, wie viele Stimmen der Freisinnige Heinz Lerf (64) auf sich vereinigen würde. Denn an der Wahl des populären Liestalers zum neuen Landratspräsidenten und damit zum höchsten Baselbieter für das Amtsjahr 2020/21 bestand nicht der geringste Zweifel. «Heinz Lerf kennt man», sagte denn auch FDP-Fraktionschef Andreas Dürr bei der Vorstellung des Kandidaten. Und offenbar kennt man den Politiker, Musiker und früheren Banker Lerf nicht nur; man mag ihn auch. Mit 76 Stimmen, bei 81 gültigen und einem absoluten Mehr von 41 Stimmen, erzielte er jedenfalls ein sehr gutes Resultat.

Identische Resultate

Womit der Tarif vorgegeben war. Und es sei vorweggenommen: Auch der neue Regierungspräsident, dessen Vizepräsident und die beiden Vizepräsidentinnen des Landrats wurden alle mit sehr guten Ergebnissen bedacht. Mit zwei Stimmen blieben die maximalen Resultatsunterschiede auch ausserordentlich gering. Finanzdirektor Anton Lauber (CVP) wurde gar mit haargenau dem gleichen Ergebnis wie Heinz Lerf turnusgemäss zum neuen Regierungspräsidenten gewählt. Beide Präsidenten hatten übrigens schon vor Jahresfrist bei der Vizepräsidentenwahl hervorragende Resultate erzielt.

Und weil alles so gut lief, legten die Landrätinnen und Landräte bei den Vize-Wahlen noch einen Zacken zu. Zur 1. Vizepräsidentin und damit voraussichtlich zur Nachfolgerin von Heinz Lerf in einem Jahr wurde Regula Steinemann (GLP) gewählt. Die 40-jährige Anwältin aus Füllinsdorf kam auf 77 Stimmen bei 81 gültigen und wird damit die erste grünliberale Baselbieter Landratspräsidentin. Mit noch einer Stimme mehr, nämlich 78 – bei 79 gültigen Stimmen –, wurde die Bottminger Sozialdemokratin Lucia Mikeler Knaack zur 2. Vizepräsidentin des Landrats gewählt.

In der letzten Wahlrunde am Donnerstagnachmittag wurde schliesslich mit 78 Stimmen (bei 81 gültigen) Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) zum Vizepräsidenten des Regierungsrats gewählt.

Veränderte Stimmung

Der offensichtliche Verzicht auf Abrechnungen und Grabenkämpfe bei den Präsidiumswahlen war schon vor einem Jahr festzustellen. Schon damals waren durchwegs gute bis sehr gute Wahlresultate zu verzeichnen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die in der letzten Legislatur im Landrat mitunter etwas übertrieben zelebrierte Polarisierung weitgehend überwunden ist.

Ungewöhnlich und ausserordentlich an der gestrigen Wahlsitzung des Landrats waren aber vor allem die äusseren Umstände. Nämlich, dass die Wahlen Corona-bedingt nicht in Liestal, sondern im Congress Center Basel über die Bühne gingen. Noch mehr ins Gewicht, vor allem angesichts des makellosen Sommerwetters, fiel indessen, dass das traditionelle Preesi-Fest aus dem gleichen Grund nicht stattfinden konnte.

Dieses soll allerdings nachgeholt werden. Und zwar am 5. November in Liestal. Denn als Landratspräsident ohne Fest soll Heinz Lerf nicht in die Geschichte eingehen.