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Verliebt in der GassenkücheHeiko, Lilian und die Armut in Basel

«Leben und Liebe auf der Gasse»: Das Werk der zwei Filmstudenten Miguel Burger und Robert Ziska aus der Region berührt.

Heiko löst seine Probleme mit Bier. «Manchmal sind es bis zu 30 Dosen am Tag», gesteht er. Heiko kommt aus Köln, doch in seinem Leben ist die Domstadt weit, weit weg. Keinen Kontakt zur Familie seit 20 Jahren, keine Wärme, keine Nähe. Basel ist seine Heimat.

Heiko lernt Lilian in der Gassenküche kennen, als er schon Stadtführer bei «Surprise» ist. «Surprise» unterstützt seit 22 Jahren sozial benachteiligte Menschen in der Schweiz. Heiko und Lilian sind sozial benachteiligte Menschen in der Schweiz. Er bietet Stadtrundgänge in Basel an, Lilian möchte das auch. Sie lernen sich kennen. Sie verlieben sich. «Am Anfang mochte sie mich nicht leiden», sagt Heiko. Lilian lacht.

Doch die Geschichte von Heiko und Lilian ist kein Inga-Lindström-Roman mit rosarotem Rahmen. Bei den beiden geht es um bittere Armut. Ums nackte Überleben. Wo schlafe ich heute Nacht? Was esse ich morgen früh? Bekomme ich drei Franken zusammen für eine Mahlzeit am Mittag?

Miguel Burger und Robert Ziska, zwei Filmstudenten des SAE Instituts in Zürich, bringen den harten Alltag von Heiko und Lilian gekonnt rüber. Daraus ist ein Dok-Film entstanden, der einen gerührt und nachdenklich zurücklässt auch wenn er nur 20 Minuten dauert. Fast möchte man sagen: Er hätte gut auch doppelt so lange sein dürfen. Armut in Basel: Das sind eben nicht nur Bettler, die auf den Trottoirs sitzen und Passanten angehen. Armut in Basel ist weit verbreitet. Ein prägender Satz über die Habgier und Armut der Menschen kommt gegen Ende des Films von Lilian. «Will ich, was ich sehe? Oder brauche ich, was ich sehe?», fragt sie. Miguel Burger und Robert Ziska, die zwei angehenden Filmer aus der Region Basel, sind zwei Talente ihrer Zunft. Das beweisen die 20 Minuten «Leben und Liebe auf der Gasse».

1 Kommentar
    Markus Schöpfer

    Den beiden alles Gute!