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Hanfpolizisten für die Schulen?

Der FDP-Grossrat und Rektor des Basler Wirtschaftsgymnasiums spürt in seinem Gastbeitrag dem Spannungsfeld von Jugend und Drogen nach.

Die momentane Situation im Spannungsfeld von Jugend und Drogen ist verwirrlich. Je nach Droge sind völlig unterschiedliche Strömungen zu beobachten. Die Schulen, welche 14- bis 19-Jährige ausbilden, vermissen eine klare Haltung der Gesellschaft. Tabak. Von Zeit zu Zeit geistert die Vorstellung von rauchfreien Schulen durch die Diskussionen. Nachdem in der Gesellschaft harte Auseinandersetzungen über die Ausgestaltung von rauchfreien Zonen ausgetragen werden, ist in den Schulen guter Rat teuer. Ein Rauchverbot ist nicht durchsetzbar ohne einen erheblichen Überwachungsaufwand. Es kann jedoch nicht angehen, die Lehrerschaft als Raucherpolizei einzusetzen.

Alkohol.Auch beim Alkohol laufen engagierte Diskussionen über das Abgabealter, die Weitergabe oder die Verkaufszeiten. Immerhin lässt sich eine saubere Trennung zwischen Schule und Freizeit ziehen. In der Schule lässt sich ein striktes Alkoholverbot durchsetzen, in den Skilagern noch verstärkt durch die Vorschriften von Jugend und Sport.Weniger erfreulich ist die Freizeitsituation. In der Regel ist der Wein- und Bierkonsum ab 16 Jahren erlaubt, der Schnapskonsum ab 18 Jahren. Insbesondere die Kontrolle der Weitergabe ist sehr anspruchsvoll. Ohne Support des Elternhauses greift zudem jede Prävention ins Leere. Die Schule, auf sich allein gestellt, ist überfordert in einem zunehmend permissiven Umfeld.

Hanf.Derzeit laufen die Diskussionen über die Initiative «Für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz», über welche im November abgestimmt wird. Wenn man täglich mit Jugendlichen zu tun hat, erschrickt man, mit welcher Blauäugigkeit die Gefahren des Kiffens bagatellisiert werden. Regelmässig kiffende Schülerinnen und Schüler laufen ein hohes Risiko, den Anforderungen der Ausbildung nicht mehr gewachsen zu sein. Die Schule kann zwar Prävention betreiben, aber mit einer wirksamen Therapie ist sie überfordert. Ihr Kernauftrag ist das Unterrichten. Die gutgemeinte Alterslimite von 18 Jahren ist in Wirklichkeit ein Alibi. Wer beginnt denn mit 18 Jahren zu kiffen? Die Weitergabe von Hanf ist kaum zu verhindern, denn der Eigengebrauch ist ein dehnbarer Begriff. Da leicht Geld zu verdienen ist, wird die Legalisierung zu einem schwunghaften Handel mit Hanf führen. Die Absurdität dieser Initiative zeigt sich insbesondere, wenn man bedenkt, welch attraktive Marktplätze künftig die Schulhöfe von Mittelschulen darstellen werden , wo 14- bis 19-Jährige sich täglich treffen. Oder erhält jeder Schulplatz einen Hanfpolizisten?

Gegen Legalisierung. Wer unsere Jugend schützen will, der sollte sich gegen die Legalisierung von Hanf zur Wehr setzen. Die Gesundheit unserer Jungen und ihre erfolgreiche Ausbildung sollten Vorrang haben.

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