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Kampf gegen den Klimawandel Hanf statt Zement: So will Sika mit Spezialmörtel die Umwelt schützen

Ein Hanffeld. Industriehanf wird auch am Bau verwendet.
Sie hat den Hanfmörtel federführend entwickelt. Die Chemikerin bei der Sika-Tochter Parex, Evelyne Prat.

«Wir verwenden den Abfall»

Ein Arbeiter bringt den Hanfmörtel auf der Wand auf.
Die Hanfschnitzel werden zuvor mit einem Bindemittel vermischt.
Hier sind alle Arbeitsschritte sichtbar – vom isolierenden Hanfmörtel rechts unten bis zur finalen Schicht links oben.
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Kampfansage an Zementindustrie

6 Kommentare
    Sacha Meier

    Wie CO2-arm das Produkt am Ende ist, entscheidet das Bindemittel. Schliesslich ist die Gebäudeisolation mit natürlichen Faserwerkstoffen von Pflanzen und Tieren nicht neu und auch nicht wirklich weltbewegend. Etwa Schilfrohrmatten, die mit Kalkmörtel auf Fassaden aufgebracht werden, gibt es schon lange. Wird reiner Kalk (CaO), oder Calciumsulfat (Gips) verwendet, kann die CO2-Bilanz - bis auf das Brennen - ausgeglichen werden. Würde etwa Calciumcarbonat in Solaröfen gebrannt, gäbe es einen tatsächlich CO2-neutralen Fassadenverputz. Das alles kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zementindustrie ein Grossverursacher von CO2 ist. Schliesslich entweicht pro Mol CaCO3 ein Mol CO2 - und dieses wird wegen der Hydrationsreaktion beim Aushärten nicht wieder aufgenommen (beim Kalkmörtel schon). Mengenmässig macht der Verputz im Vergleich zum gesamten Betonvolumen eines Hauses nicht viel aus. Darum wäre es vielleicht an der Zeit, die CO2-freien Bautechniken der alten Ägypter und Inkas wieder neu aufzulegen. Mit sich gegenseitig verriegelnden Steinquaderkonstruktionen kann gar erdbebensicher gebaut werden (vgl. Machu Picchu).