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Die neue Überbauung im St.-Johann-Quartier nimmt Gestalt anGrün statt grau im Volta Nord

Das ehemalige Industrie- und Gewerbeareal soll künftig bis zu 2000 Mietern preisgünstige Wohnungen bieten. Das Baudepartement plant zudem einen mit Bäumen gesäumten Quartierplatz. Am Freitag stellte Kantonsbaumeister Beat Aeberhard die städtebauliche Studie vor.

So könnte der Quartierplatz auf dem Areal Volta Nord aussehen.
Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt

Als Basels Stimmbürger 2018 Ja sagten zur Überbauung des Gewerbe- und Industrieareals Volta Nord/ Lysbüchel, konnten sie sich noch nicht vorstellen, wie dieser neue Stadtteil dereinst aussehen würde. Ein «durchmischtes, lebendiges» Viertel im St.-Johann-Quartier versprachen die Planer etwas vage eines, in dem gewerbliche Tätigkeiten und Wohnen gleichermassen möglich sind.

Jetzt erhält das Projekt allmählich Konturen. Am Freitag stellte Kantonsbaumeister Beat Aeberhard die Synthese zweier Studien vor, die eine Jury aus sieben eingereichten städtebaulichen Wettbewerbsbeiträgen ausgewählt hat. Den Zuschlag erhalten haben Jessenvollenweider Architekten und das Studio DIA/Johann Reble Architekt.

Die Studie zeigt auf, wie auf dem Gelände beim Bahnhof St. Johann es ist etwa so gross wie 15 Fussballfelder und wird begrenzt von der Schlachthofstrasse im Norden, Bahngleisen im Westen und der Elsässerstrasse im Osten neues Leben entstehen soll. Es seien sechs- bis achtstöckige Gebäude vorgesehen, sagte Aeberhard. Sie werden grösstenteils als aufgelockerte Blockrandbebauungen erstellt. Bei einer Blockrandbebauung werden Wohnhäuser um einen Innenhof gruppiert.

Quartierplatz und Bäume

In diesen gemeinschaftlich genutzten Innenhöfen soll viel Grün spriessen. Volta Nord wird laut Aeberhard ganz generell «tolle Grünflächen» aufweisen. Entstehen wird beispielsweise ein von Bäumen gesäumter Quartierplatz mit einem Pavillon, einem Wasserbecken und einer Spielgelegenheit für Kinder.

Wie schon bei der Abstimmung versprochen, dürfte der neue Stadtteil Wohnraum für etwa 1500 bis 2000 Menschen und Platz für 2000 bis 2500 Arbeitsplätze bieten.

Dass auf dem Areal Volta Nord gearbeitet und gleichzeitig gewohnt werden soll, weckte in der Vergangenheit Argwohn: Kann das gut gehen? Werden sich Gewerbe und ruhebedürftige Mieter in die Quere kommen?Aeberhard zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, die «zwei unterschiedlichen Welten» zusammenzubringen. Industrie, Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe werden im Norden des Geländes ihre Tätigkeit entfalten. Dieses Gelände bleibt denn auch der Industrie- und Gewerbezone zugeteilt. Gewohnt wird im südlichen Teil. Ein Kultur- und Gewerbezentrum sowie eine Primarschule wird es auf dem ehemaligen Lysbüchel-Areal ebenfalls geben.

Preisgünstige Wohnungen

Barbara Rentsch, Leiterin des Portfoliomanagements von Immobilien Basel-Stadt, und Susanne Zenker, Leiterin Development SBB-Immobilien, betonten, rund zwei Drittel der Wohnungen lägen mehrheitlich «im preisgünstigen bis mittleren Segment». Die Einwohnergemeinde Basel und die SBB sind Grundeigentümerinnen. Die Stadt wird ihr Baufeld Genossenschaften im Baurecht abgeben.

Was «preisgünstig» konkret heisst, mochte Rentsch nicht präzisieren. Das werde von der Kalkulation der Genossenschaften abhängen. Zenker sagte, bei einer durch die SBB erstellten Wohnung dürfte ein Logis mit 100 Quadratmeter Fläche ungefähr 2200 Franken pro Monat kosten.
Die ersten Bagger dürften erst 2023 auffahren. Bis dann wird das Areal zwischengenutzt.

Der neue Stadtteil zwischen den Geleisen der Eisenbahn (links) und der Elsässerstrasse (rechts).
Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt