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Vorstand schlägt ein Duo vorGrosse Überraschung: Stefan Suter will für die SVP in die Regierung

Damit hätte wohl niemand gerechnet: Neben der ehemaligen Spitzenfechterin Gianna Hablützel-Bürki hegt auch der Basler Anwalt überraschend Ambitionen. Pikant: Er ist derzeit noch nicht mal Mitglied der Partei.

Gianna Hablützel-Bürki und Stefan Suter – wer hat die besseren Chancen?
Gianna Hablützel-Bürki und Stefan Suter – wer hat die besseren Chancen?
Fotos: Keystone

Der Vorstand der Basler SVP hat entschieden – und es ist ein Entscheid, der durchaus Gesprächsstoff bietet. Es sind zwar zwei bekannte Namen, welche die Schweizerische Volkspartei für ein Regierungsamt ins Spiel bringt – aber mit einem hätte wohl niemand gerechnet: Während die Nomination von Gianna Hablützel-Bürki nicht verwundert, ist jene des Anwalts Stefan Suter eine grosse Überraschung. SVP-Grossrat Joël Thüring sagt auf Anfrage der BaZ: «Dieser Entscheid wird nicht kommentiert.» Er dementiert ihn aber auch nicht. Suter selber sagte dem «Regionaljournal»von SRF, das am Montag über seine Ambitionen berichtet hat: «Es hat eine Anfrage gegeben, entschieden ist aber noch nichts.»

Die BaZ weiss aber aus mehreren Quellen: Der Entscheid steht.

Pikant: Suter ist momentan noch nicht einmal SVP-Mitglied. Das lässt sich natürlich leicht ändern, wirft jedoch die Frage auf, ob diese Kandidatur wirklich fundiert überlegt worden ist. Die Idee kam aus der einflussreichen Riehener Fraktion – und stiess im Vorstand auf Zustimmung. Viel wichtiger war diesem aber wohl, den dritten, immer wieder genannten Aspiranten zu verhindern: Pascal Brenneisen. Der ehemalige Novartis-Spitzenmann geniesst weder parteiintern noch bei den anderen bürgerlichen Parteien einen guten Ruf.

Nicht gross diskutiert wurde offenbar eine Kandidatur von Thüring selber. Dieser hatte sich seine Entscheidung stets offen gelassen, zuletzt aber nicht auf eine Nomination gedrängt.

Mit dem Duo Hablützel/Suter geht die SVP nun in die Verhandlungen mit LDP, FDP und CVP. Wird man sich auf ein gemeinsames Ticket einigen können? Und falls ja: Werden auf diesem vier oder fünf Namen stehen? Ein Quintett dürfte allerdings unwahrscheinlich sein: Wenn die stärkere Linke nur vier Namen aufs Ticket schreibt, würden fünf bürgerliche Kandidaten im links-grünen Basel beinahe anmassend wirken.

Die Gespräche der Bürgerlichen dürften Ende Mai beginnen. Unklar ist nach wie vor, ob die Bürgerlichen, vornehmlich die LDP, überhaupt ein Ticket mit der SVP in Betracht zieht – die Liberalen haben nämlich neben dem amtierenden Regierungsrat Conradin Cramer noch Stephanie Eymann als neue, fähige Kandidatin im Köcher.