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Corona-FalschinformationFacebook löscht Trump-Video

Auf Facebook behauptet der US-Präsident, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus «fast immun». Youtube hat über 2500 Kanäle gelöscht, die in Verbindung mit China stehen.

Facebook hat eine «schädliche Falschinformation über das Coronavirus» von US-Präsident Donald Trump entfernt.
Facebook hat eine «schädliche Falschinformation über das Coronavirus» von US-Präsident Donald Trump entfernt.
Keystone/Stefani Reynolds
Facebook, Youtube und andere Betreiber von Onlinenetzwerken gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen irreführende und manipulative Inhalte auf ihren Seiten vor
Facebook, Youtube und andere Betreiber von Onlinenetzwerken gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen irreführende und manipulative Inhalte auf ihren Seiten vor
Keystone/Christophe Gateau
Von Trump wurden bereits mehrfach Botschaften entfernt oder mit distanzierenden Hinweisen versehen.
Von Trump wurden bereits mehrfach Botschaften entfernt oder mit distanzierenden Hinweisen versehen.
Keystone/Stefani Reynolds
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Facebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus «fast immun», weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die «falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist», verstosse gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome – sie sind nicht «immun».

Auch Twitter verlangte Löschung

Auch auf Twitter schien Trumps Video-Ausschnitt am Mittwochabend wieder gelöscht zu sein. Eine Unternehmenssprecherin sagte nach Angaben der «Washington Post», Twitter habe die Löschung verlangt.

Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Grossstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen.

Anders als Twitter war Facebook bisher sehr zurückhaltend im Umgang mit Trumps Posts. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.

Google löscht China-Kanäle

Der amerikanische Internet-Riese Google hat nach eigenen Angaben mehr als 2500 Youtube-Kanäle gelöscht, die in Verbindung mit China stehen.

Die Youtube-Kanäle seien zwischen April und Juni im Rahmen der laufenden Untersuchung über koordinierte Massnahmen zur Einflussnahme im Zusammenhang mit China entfernt worden, um Falschinformation auf der Video-Sharing-Plattform zu verhindern, teilte Google mit.

Es habe sich vorwiegend um «Spam mit unpolitischen Inhalten» gehandelt, aber ein kleiner Teil habe sich auch mit Politik beschäftigt. Die chinesische Botschaft in den USA reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Die Regierung in Peking hat in der Vergangenheit Vorwürfe der Verbreitung von Desinformation zurückgewiesen.

Vermehrte Löschungen

Facebook, Youtube und andere Betreiber von Onlinenetzwerken gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen irreführende und manipulative Inhalte auf ihren Seiten vor. Dies führte dazu, dass bereits mehrfach auch Botschaften Trumps entfernt oder mit distanzierenden Hinweisen versehen wurden.

SDA/chk