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Sport in der guten StubeGoldfüsschen auf grünem Plastikfeld

Das Spiel Tipp-Kick modert auf so manchem Dachboden vor sich hin. Mit diesen Tipps spielen Sie Ihre Familie endlich an die Wand.

Zielen, tippen, jubeln. So einfach funktioniert Tipp-Kick – und das seit 1921.
Zielen, tippen, jubeln. So einfach funktioniert Tipp-Kick – und das seit 1921.
Foto: Urs Jaudas

Tipp-Kick. Mehr Text brauchts eigentlich nicht, kennt ja jeder. Das Spiel gibts schliesslich schon seit 1921 und modert auf so manchem Dachboden in irgendeiner Kiste vor sich hin. Ein grünes Spielfeld, zwei Plastiktore, zwei Torhüter, die nach rechts und links kippen können, und zwei Feldspieler, die durch Tippen auf den Kopf den schwarz-weissen Ball durch die Luft kicken. Mehr brauchts nicht für grosse Familien-Weltmeisterschaften. Deshalb hier nun anstelle langer Erklärungen ein paar Tipps, wie Sie Ihren Bruder, Ihre Mutter oder Ihren Cousin endlich an die Wand spielen können:

  1. Wie in der realen Fussballwelt gilt auch auf dem Plastikrasen: je besser die Kicker, desto grösser die Chance auf den Sieg. Wenn Sie also auf Zauberschüsse aus sind, lassen Sie um Gottes willen die Finger von den Figuren, die im Einsteigerspiel mitgeliefert werden. Echte Könner spielen mit verschiedenen Männchen, die sie wegen ihrer unterschiedlichen Füsse je nach Spielsituation anders einsetzen. Der deutsche Tipp-Kick-Verband – ja, den gibt es wirklich – erklärt: Mit dem «Loop»-Kicker gelingen gute Heber, mit der Figur «Strike» besonders harte, flache Schüsse, und der «Allround»-Spieler ist flexibel einsetzbar.
  2. Holen Sie das Werkzeug aus dem Keller und lassen Sie Ihren kreativen Ideen freien Lauf. Mit einer Feile etwa lassen sich die Füsse der Spielfiguren verändern. Säbeln Sie Ihrem Klumpfuss-Spieler etwas am Schuh herum, entwickelt sich aus einem Challenge-League-Kicker ein Champions-League-Goldfüsschen. Auch Öl, Gewichte oder breitere Druckknöpfe können helfen.
  3. Die Torhüter bei Tipp-Kick haben so ihre Tücken. Durch die etwas sperrige Mechanik gehören sie eher zur Kategorie jener Goalies, die den Ball lieber am Tor vorbeischauen, als nach ihm zu hechten. Tipp der Experten: Vergessen Sie die Kippfunktion und wehren Sie die Bälle stehend ab. So können sie deutlich schneller auf fiese Aussenristschüsse ihres Gegners reagieren.
  4. Und zum Schluss noch einmal ein Tipp des deutschen Tipp-Kick-Verbands: Der Spieler sollte mit der Zeit zum verlängerten Zeigefinger werden. Tja dann, Spielfeld ausrollen und loslegen.

Die BaZ-Serie «Sport in der guten Stube» gibt täglich Tipps für zu Hause, die dabei helfen sollen, die Corona-Zeit halbwegs sportlich zu überbrücken.