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Abschied von der SP-SpitzeGewinnen, auch wenn man verloren hat – das war SP-Chef Christian Levrat

Nach zwölf Jahren gibt Christian Levrat dieses Wochenende das Präsidium der SP Schweiz ab. Levrat hat einige überraschende Siege verbucht – und bittere Niederlagen erfolgreich umgedeutet.

Führte eher hierarchisch als empathisch: Christian Levrat (50) aspiriert nach seiner Zeit in der nationalen Politik für einen Sitz in der Freiburger Regierung.
Führte eher hierarchisch als empathisch: Christian Levrat (50) aspiriert nach seiner Zeit in der nationalen Politik für einen Sitz in der Freiburger Regierung.
Foto: Keystone

Als ihn noch niemand richtig kannte, als er bloss ein Gewerkschafter und einer jener Nationalräte aus der Romandie war, die in der Deutschschweiz kaum wahrgenommen werden, als selbst Parteikollegen den Namen des einzigen Kandidaten für die Nachfolge von Hans-Jürg Fehr an der Spitze der Schweizer Sozialdemokraten googeln mussten, gab Christian Levrat der WOZ ein Interview.

Die allererste Frage war: Sie spielen Schach?

Wenn man heute, zwölf Jahre später, in der Datenbank des Schweizer Journalismus nach Levrat und «passionierter Schachspieler» sucht, spuckt das System Nennungen im dreistelligen Bereich aus. Es wäre nicht fair, Levrat die Faulheit von Journalistinnen und Journalisten vorzuwerfen, aber aktiv gewehrt gegen die ewig gleiche Zuschreibung hat er sich natürlich auch nicht. «Passionierter Schachspieler» ist im politischen Kontext gleichbedeutend wie «Strippenzieher», «Stratege», «Taktiker». «Ist Schach wie Politik?», lautete die zweite Frage im WOZ-Interview. Levrats Antwort: «Sehr ähnlich. Nur ist die Politik kein Spiel.»

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