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Kunst im öffentlichen RaumGesichter für die Problemzone

An der Stützmauer des offengelegten Birsigs bei der Heuwaage blicken fünf kreisrunde Gesichter Passanten an.

Die Installation mit dem sonderbaren Titel «I, you, you, me, we».
Die Installation mit dem sonderbaren Titel «I, you, you, me, we».

Von einer «fast schon legendären Problemzone zwischen Heuwaage und Zoo» spricht die Abteilung Kultur des Präsidialdepartements. Die Rede ist vom Zugang zum Nachtigallenwäldeli, wo schon etliche Bauprojekte zur Aufwertung des Ortes Schiffbruch erlitten haben.

Mit der landschaftsarchitektonischen Aufwertung ist es immerhin in den vergangenen Jahren vorwärtsgegangen. Heute fliesst der Birsig in einem renaturierten Flussbett. Das Gewässer wurde unmittelbar vor der Heuwaage entlang des Lohwegs offengelegt. Bis 2018 floss der Fluss dort unterirdisch – ein Parkplatz bildete den Deckel. Neue Fussgängerbrücken und Sitzgelegenheiten verleihen dem eher unwirtlichen Ort zudem ein freundlicheres Gesicht.

Gesichter – im Wortsinn gesprochen – sind es auch, die der 50 Meter langen Stützmauer gegenüber der bepflanzten Böschung eine ansprechende Erscheinung verleihen. Fünf grosse, identische Köpfe in Form von scheibenförmigen Flachreliefs blicken dort nun Passanten aus symmetrischen Antlitzen an. Die Gesichter wurden während der letzten Tage angebracht. Am Donnerstagabend war offizielle «Eröffnung». Es sind Werke des Basler Malers und Bildhauers Ralph Bürgin, er nennt die Installation «I, you, you, me, we».

Mit seinen Figuren, die an historische Brunnenfiguren erinnern und in Beton gegossen sind, gewann der 40-Jährige den Wettbewerb, den der Kunstkredit Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit dem Bau- und Verkehrsdepartement 2019 ausschrieb. Die Jury wählte Bürgins Arbeit aus 32 Dossiers mit Projekten für Kunst im öffentlichen Raum aus. Bürgin knüpft mit den Reliefs in dezenten Farben von Beige bis Türkis an die historische Architektur der Basler Innenstadt an, wo zahlreiche Figuren Brunnenstöcke und auch Fassaden zieren – etwa der «Lällekönig» beim Grossbasler Brückenkopf. (juk)