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Streit um «Permanent Record»Gericht: Snowden soll 5,2 Millionen Dollar an US-Staat abtreten

Die US-Regierung wird wohl an den Leaks des Whistleblowers verdienen. Snowden habe gegen seine Verpflichtung verstossen, die Veröffentlichungen seiner Memoiren zur Freigabe vorlegen zu lassen.

Eine Autobiografie, die eine globale Debatte auslöste: Edward Snowdens «Permanent Record»; im Bild gestapelte Bücher im Harvard Book Store in Cambridge, Massachusetts.
Eine Autobiografie, die eine globale Debatte auslöste: Edward Snowdens «Permanent Record»; im Bild gestapelte Bücher im Harvard Book Store in Cambridge, Massachusetts.
Foto: Keystone

Der Whistleblowers Edward Snowden soll laut einer US-Gerichtsentscheidung rund 5,2 Millionen Dollar an Honoraren an den amerikanischen Staat abtreten. Dabei geht es um 4,2 Millionen Dollar für seine Memoiren «Permanent Record» sowie um gut eine Million Dollar aus 56 Auftritten. Das US-Justizministerium betonte am Donnerstag, dass Snowden damit nicht von einem «Vertrauensbruch» profitieren solle.

Das Gericht stellte fest, dass Snowden gegen seine Verpflichtung verstossen habe, die Veröffentlichungen mit Bezug zu seiner Geheimdiensttätigkeit zur Freigabe vorlegen zu lassen. Snowden habe drei Mal Geheimhaltungsvereinbarungen mit den Geheimdiensten CIA und NSA unterschrieben, die das vorsahen.

Snowden hatte 2013 Dokumente zu Ausspäh-Aktivitäten des US-Abhördienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Damit enthüllte er eine ausufernde Überwachung im Internet. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Snowden bekam Asyl in Russland.

Die US-Regierung hatte zur Veröffentlichung von Snowdens Memoiren «Permanent Record» im September 2019 per Klage Anspruch auf dessen Erlöse aus dem Buch erhoben.

SDA/nag

12 Kommentare
    Gottfried Pfister

    Die ausufernde Überwachung beschränkte sich nicht nur auf das Internet, sie konnten auch fast jedes Smartphone als Wanze und Kamera missbrauchen. Egal ob man das Smartphone ausschaltete.

    Ausserdem enthüllte Snowden nicht nur die passive Überwachung sondern eben auch aktive Manipulation von Systemen wie auch von Konten in den social media. Z.B. das Programm welches vom GCHQ entwickelt wurde wo ein einzelner Mitarbeiter hunderte social media Konten, die Übernommen oder neu erschaffen wurden, kontrollieren konnte um einen Informationskrieg zu führen.

    Zum Vergleich, der GCHQ, und somit auch die NSA, könnten die Arbeit der hunderten russischen Mitarbeiter der "Trollfabrik" mit nur einer Handvoll Mitarbeiter erledigen.