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Vaterschaftsstreit mit Ex-KönigGericht hat entschieden: Belgien hat eine neue Prinzessin

Die Künstlerin Delphine Boël kämpfte seit Jahren um die Anerkennung als leibliche Tochter des belgischen Ex-Königs Albert II. Ein Brüsseler Gericht gab ihr nun endgültig recht.

Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre: die 52-jährige Künstlerin Delphine Boël.
Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre: die 52-jährige Künstlerin Delphine Boël.
Foto: William Van Hecke/Corbis via Getty (Keystone)

Nach jahrelangem Vaterschaftsstreit mit dem früheren König Belgiens hat das zuständige Brüsseler Gericht endgültig im Sinne der Künstlerin Delphine Boël entschieden. Die 52-Jährige ist damit von nun an offiziell Prinzessin von Belgien. Der Anwalt Boëls bestätigte der Nachrichtenagentur Belga einen entsprechenden Bericht des Senders RTBF. Auch ihre beiden Kinder Joséphine und Oscar würden Prinzessin beziehungsweise Prinz. Boël selbst nehme den Nachnamen ihres Vaters an: Sachsen-Coburg-Gotha.

Die Künstlerin kämpfte seit Jahren um die Anerkennung als leibliche Tochter des belgischen Ex-Königs Albert II. Nach ihrer Darstellung hatten ihre Mutter und Albert vor Jahrzehnten eine längere Affäre, was Albert stets bestritten hatte. Im Januar lenkte er nach jahrelangem Rechtsstreit ein und gestand die Vaterschaft ein (wir berichteten). Das Gericht hatte zuvor entschieden, dass er sich einem Test unterziehen müsse. Nach der letzten Anhörung am 10. September hatte das Berufungsgericht seine Entscheidung eigentlich für den 29. Oktober angekündigt.

Die belgische Künstlerin Delphine Boël ist seit Januar offiziell die Tochter des früheren belgischen Königs Albert II – und nun auch Prinzessin von Belgien.
Die belgische Künstlerin Delphine Boël ist seit Januar offiziell die Tochter des früheren belgischen Königs Albert II – und nun auch Prinzessin von Belgien.
Fotos: Keystone

SDA/step

18 Kommentare
    Thomas Luchsinger

    Leser fragten nach Grund für einen Namenswechsel. Im tagi, auch Blick, stand, dass ein Gericht über Namen und Titel entschieden habe. Das "Hausrecht" des belgischen Könighauses in einer konstitutionellen Monarchie ist teilweise staatsrechtlich, teilweise privatrechtlich königlich autonom. Möglich, dass auch "die Blaublütler die Blaublütlerin" nach "Hausrecht" anerkannt haben, deshalb auch die Titel. Erbin im zivilrechtlichen Sinn ist die Tochter nach Feststellung der Vaterschaft nach belgischem Privatrecht ohnehin, und diesbezüglich stehe ich auf ihrer Seite wie auf der Seite aller Kinder in vergleichbarer Situation.

    "Hausrecht" ist an sich eher eine familieninterne vertragliche Regelung von Rang und Nachfolge der erblichen Stellung des Königs oder der Königin, dazu viele weitere Regelungen. Einheitliches Hausrecht gibt es in den europäischen Monarchien nicht, ebensowenig im übrigen abgeschafften "Adel" in Deutschland oder Österreich, siehe "ADELSRECHT, Adelstitel, Namensrecht, Familienrecht & Erbrecht - Welche Rechte gelten für den deutschen Adel?"

    Mit freundlichen Grüssen Luchsinger von Wurst und Zipfel :-) :-)