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Schlammschlacht in DornachAbwesenheit als Zustimmung gewertet

Dornachs viel kritisierter Gemeindepräsident Christian Schlatter erklärt den Konflikt als beendet, nachdem seine Gegner eine Infoveranstaltung boykottiert haben.

Gemeindepräsident Christian Schlatter wird häufig kritisiert. Jetzt schiesst er zurück.
Gemeindepräsident Christian Schlatter wird häufig kritisiert. Jetzt schiesst er zurück.
Nicole Pont

Die Situation in Dornach ist kompliziert. Im Kreuzfeuer steht seit längerem der Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler). In den letzten Wochen und Monaten griffen ihn Bürger, aber auch Polit-Kollegen, vehement an und warfen ihm diverse Dinge vor: Die Rede war von autokratischen Führungsmethoden und Mobbing.

Schlatter seinerseits unterstellte der Opposition häufig unfaire Wahlkampf-Methoden. Im Kanton Solothurn sind im nächsten April kommunale Wahlen und bereits hat sich eine unrühmliche Schlammschlacht entwickelt. Dem Gemeinderat musste zwischenzeitlich sogar ein externer Psychologe helfen, um all die internen Diskrepanzen zu klären. Für viele Mitglieder des neunköpfigen Komitees war das die letzte Hoffnung auf Besserung.

Doch auch die psychologische Unterstützung half bis jetzt nicht. Vor einigen Wochen folgte der nächste Hammer. Einige Stimmbürger wandten sich mittels einem Schreiben an Schlatter und verlangten etliche Antworten und Erklärungen. Das Gemeindeoberhaupt lud die besorgten Bürger daraufhin an eine Informationsveranstaltung ein, die die Probleme endlich aus aller Welt schaffen sollte. Doch die kritischen Bürger sagten dem Event ab. Sie hätten in der Vergangenheit bereits zu oft erlebt, dass mündlich viele Aussagen gemacht würden, die nicht nachvollziehbar seien und zukünftig auch nicht überprüft werden könnten.

Schlatter wird deutlich

Darauf hat Christian Schlatter jetzt geantwortet. Ebenfalls in Briefform. Der Gemeindepräsident erklärt den Konflikt für beendet. Jedenfalls werde er keine Schritte mehr unternehmen, da er das Fernbleiben der Gruppe als klare Aussage deute; es stünden keine Fragen mehr im Raum.

Er selber fände es schade, dass sich die Bürger der Debatte nicht gestellt haben. Missverständnisse würden sich im persönlichen Gespräch viel einfacher aus dem Weg räumen lassen. Ausserdem könne man auch Rückfragen stellen, was in Briefform so nicht möglich sei.

Es wäre beinahe illusorisch zu denken, dass die Konflikte in Dornach jetzt beendet seien. Wer weiss, vielleicht ist die Brief-Feindschaft bald um ein weiteres Kapitel reicher.