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Shazam für Kunst Gemälde entdecken auf Knopfdruck

Die Museen sind geschlossen, der Hunger nach Kunst bleibt. Diese kostenlose App bietet einen erstaunlichen Mehrwert für Kunstkenner und jeden, der es noch werden möchte.

Einfach App öffnen und Bild scannen: So einfach erfährt man bei Smartify mehr über ein Kunstwerk.
Einfach App öffnen und Bild scannen: So einfach erfährt man bei Smartify mehr über ein Kunstwerk.
Foto: Smartify CIC

Wenn an einer Party ein richtig gutes Lied läuft und man wissen möchte, wie dieses heisst, hilft einem die Musik-App Shazam, den Titel zu finden. Und wenn man unterwegs oder online auf ein richtig schönes Gemälde stösst und mehr darüber erfahren will? Dann muss man sich Smartify herunterladen.

Die App Smartify – mit Betonung auf «Art» – kann viel. Beim Öffnen der Applikation werden dem Nutzer berühmte Kunstwerke und Künstler vorgestellt, man findet kostenlose virtuelle Führungen und Artikel zu Galerien und kulturellen Themen.

Doch die einzigartige Funktion der App ist deren Kunst-Scanner. Mit einem Klick landet man in einer Art Kameramodus. Nun hält man sein Smartphone vor ein beliebiges Kunstobjekt – physisch oder virtuell – und erhält, sofern dieses in der Smartify-Datenbank vorhanden ist, Informationen dazu: In einem kompakten, informativen Text erfährt der Nutzer den Titel, Hintergrund und Künstler des Werks.

Häufig dauert es nur einen Bruchteil einer Sekunde, bis das Programm das Gemälde erkennt. Und da mittlerweile über zwei Millionen Kunstwerke auf Smartify zu finden sind, kann die App auf einen grossen Fundus zurückgreifen.

Virtuelle Kunstferien

Auf der Website der britischen App, die 2015 von vier Freunden gegründet wurde, findet man folgende Aussage: «Während der globalen Pandemie arbeitet Smartify daran, Museen weltweit eine Möglichkeit zu bieten, das Publikum zu Hause zu erreichen.» Dies schafft das Unternehmen mit den audiovisuellen Führungen durch weltbekannte Galerien und Museen wie den Louvre, das Belvedere und das Metropolitan Museum of Art.

Die Führungen kann man sich entweder bei einem realen Besuch des Museums anhören, oder bequem von zu Hause aus. Und da der Besuch einer Kunstinstitution momentan nicht infrage kommt, geschweige denn ein Trip ins Ausland, ist Letzteres bei Kulturinteressierten eine willkommene Alternative.

Hört man sich beispielsweise die Führung «Masterpieces of the Louvre» an – die Führungen und die App sind auf Englisch – und landet bei der Mona Lisa im Raum 711, hat man die Möglichkeit, unter «Artwork Details» mehr über das Gemälde zu erfahren und von hier aus auf ihren Schöpfer, Leonardo da Vinci, zu klicken. Hier wiederum findet man dessen Biografie und kann die 291 Kunstwerke seiner Sammlung durchstöbern.

Gefällt einem ein Bild ganz besonders gut, kann man dieses speichern und findet es nunmehr auf seinem Profil. Das Gleiche funktioniert auch mit Künstlern. Diese Sammlung der Lieblingskunstwerke samt kompakter Informationsbox wird für Kunstbegeisterte bald unverzichtbar und könnte selbst im Kunstunterricht eingesetzt werden.

Die App gibt es seit rund sechs Jahren. Damals wollten vier Freunde aus England Kunst greifbarer und zugänglicher machen: «Wir begannen mit etwa 30 Museen, vorwiegend in Grossbritannien, und jetzt sind wir die weltweit am häufigsten heruntergeladene Museums-App», sagte Anna Lowe, eine der Mitbegründerinnen, in einem Interview mit der Zeitung «The Guardian».

Die App ist deutlich gewachsen und hat ihre Funktionen stark ausgebaut. Mit Smartify kann man sich sogar ein berühmtes Kunstwerk an die eigene Wand hängen – rein virtuell, versteht sich. Und in Anbetracht der aktuellen Lage, bietet die App ihre Inhalte gratis an: Das heimische Publikum kann die Smartify-Sammlung also anzapfen, ohne sich um die Kosten zu kümmern.

Leider sind zurzeit noch kaum Schweizer Kunsthäuser und Museen auf der App vertreten, sodass man hiesige Ausstellungen nicht auf Smartify findet. Auch die Scan-Funktion dürfte in Schweizer Galerien dadurch nicht immer zuverlässig funktionieren.

Doch auch ohne analogen Museumsbesuch bietet die App einen grossen Mehrwert für Kunstkenner und jeden, der es noch werden möchte. Falls sie dieser Artikel auf den Geschmack gebracht hat, können Sie sich die App gleich kostenlos herunterladen und mit einem Klick Lehrreiches und Erstaunliches über ihre heimischen Kunstdrucke oder Internetfunde erfahren.

Smartify ist kostenlos im Appstore sowie Google Play erhältlich.

1 Kommentar
    Rabe

    Danke für den tollen Artikel!