Geld für Listenverbindung
Politologe Claude Longchamp spricht von einem neuartigen Phänomen, das für eine Kleinpartei zum Bumerang werden könnte.
Peter Bonsack bleibt gelassen. «Schaffen wir einen Nationalratssitz, werden wir uns auch gegenüber den Schweizer Demokraten (SD) als unserem Listenpartner erkenntlich zeigen», sagt der Kantonalpräsident der EDU auf Anfrage. Er verstehe den «Riesenwirbel» nicht, der durch eine Mitteilung der Piratenpartei Anfang dieser Woche ausgelöst wurde. Die Piraten gaben bekannt, dass sie keine Listenverbindung mit der EDU eingegangen seien, obwohl diese ihnen Geld angeboten habe. Piraten-Vizepräsident Denis Simonet sprach gegenüber «20 Minuten» von einem «Bestechungsversuch» und einem Angebot im tiefen fünfstelligen Bereich. Laut Bonsack geht es aber um einen Betrag im vierstelligen Bereich, der nun allenfalls an die SD anstatt die Piratenpartei ausbezahlt werde. Angesichts sinkender Wähleranteile sei die EDU auf eine Listenverbindung angewiesen, wenn sie das in den 1990er-Jahren verlorene Mandat zurückerobern wolle, sagt der EDU-Präsident. Zudem trage ein Nationalratsmandat dem Gewählten und seiner Partei rund 150'000 Franken pro Jahr ein. Da sei es angebracht, jenen eine «Anerkennung» zu geben, die einem zum Mandatsgewinn verholfen haben. «Wenn jemand einem hilft, lädt man ihn unter Umständen ja auch zum Essen ein», sagt Bonsack.














