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Neuer Bauversuch in ReinachGebäudekomplex statt Hochhaus

Geht es nach dem Reinacher Einwohnerrat, sollen im Gebiet Buchloch fünf Baukörper mit 40 Wohnungen entstehen. Anwohner kritisieren das Vorhaben.

An der Grenze zu Therwil, am Hinterlindengrabenweg und Buchweg, sollen fünf ovale Gebäude mit insgesamt rund 40 Wohnungen entstehen.
An der Grenze zu Therwil, am Hinterlindengrabenweg und Buchweg, sollen fünf ovale Gebäude mit insgesamt rund 40 Wohnungen entstehen.

Fünf ovale Gebäude mit einem Sockelgeschoss, drei Vollgeschossen und einem Attikageschoss mit insgesamt rund 40 Wohnungen ̶ es ist dies der nächste Versuch eines Reinacher Gemeinderats, gemeinsam mit einem privaten Bauherrn am Siedlungsrand an der Grenze zu Therwil zu bauen. Der Einwohnerrat stimmte diesem Vorschlag deutlich zu.

Gemäss Informationen von SVP-Einwohnerrat Adrian Billerbeck sind Anwohnerinnen und Anwohner mit den Referendumsbögen aber bereits in den Startlöchern. 2014 bodigten sie das Vorgängerprojekt mit einem zwölfstöckigen 40-Meter-Hochhaus an der Urne. Damals folgten wuchtige 73 Prozent ihrer Kritik, ein Hochhaus habe dort am Waldrand nichts verloren.

Dimensionen zu gross

Schon seit Jahrzehnten gibt das gut 9000 Quadratmeter grosse Stück Land am Hinterlindengrabenweg und Buchweg Anlass zu Diskussionen. Obwohl der Gemeinderat und die im Vergleich zu 2014 neue Bauherrschaft frühzeitig den Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern suchten, gab es von Beginn weg Widerstand. Im Mitwirkungsverfahren wurden unter anderem die Grösse der Baukörper, die Nähe der Baulinien zu den angrenzenden Parzellen und die weite Entfernung zum öffentlichen Verkehr kritisiert. Die Überbauung würde sich nicht in die Nachbarschaft und ins Ortsbild einpassen. Die Dimensionen des Projekts seien für den Standort gleich am Waldrand und in der Nähe des wertvollen Naturschutzgebiets schlichtweg zu gross.

Irène Kury (FDP) machte als Präsidentin der Sachkommission Bau, Umwelt und Mobilität (BUM) aber klar, dass im Gebiet bereits heute mehrere Hundert Personen wohnen, die ebenfalls weit weg von einer guten ÖV-Anbindung sind. Kury erinnerte zudem daran, dass im Gebiet eine permanente leichte Rutschgefahr herrsche.

Rechtlich alles in Ordnung

Widerstand im Rat gab es von den Grünen. Katrin Joos beantragte vergeblich, dass der Quartierplan per Behördenreferendum automatisch vors Volk kommt. Die betreffende Fläche ist Bauland und muss gemäss Zonenplan per Quartierplanverfahren entwickelt werden.

Rechtlich ist alles in Ordnung. Das stellten auch mehrere Votantinnen und Votanten fest. Es war wohl auch der Hauptgrund, weshalb eine klare Mehrheit des Einwohnerrats dem Projekt zustimmte. Denn überbaut werden die Parzellen irgendwann sowieso, mahnte auch Gemeindepräsident Melchior Buchs (FDP). Über einen Quartierplan können die Behörden der Bauherrschaft klare Vorgaben machen – zum Beispiel was den Umwelt- und Naturschutz angeht, im Gegenzug darf diese etwas mehr bauen, als es die Regelbauzone W2a eigentlich vorsieht. Ohne Quartierplan würden die Parzellen grossflächiger verbaut, warnte Buchs.

2 Kommentare
    HP Bieger

    Es sind gemäss dem Quartierplan 40-43 Wohnungen im Buch-Hain geplant. Das ergibt dann eine Verdichtung am Siedlungsrand so halb schon im Wald und angrenzend an ein Biotop von nationaler Bedeutung, was dem Projekt ja keinen Abbruch tut. Der Fauna dafür umso mehr.