Zum Hauptinhalt springen

EinkehrenGäste im Glück: Schürmann ist zurück

Im Restaurant zum Wilde Maa hat Andreas Schürmann einen neuen, kleinen Ort gefunden, um seine Kochkünste zu zeigen.

Restaurant zum Wilde Maa, Oetlingerstrasse 165, Basel.
Restaurant zum Wilde Maa, Oetlingerstrasse 165, Basel.
Foto: Kostas Maros

Vor knapp einem Jahr hat sich Andreas Schürmann mit seinem Restaurant Bonvivant im Gundeli verabschiedet – zum Bedauern seiner treuen Gäste. Nun aber darf man seine Kochkünste wieder geniessen. Im Kleinbasel, an der Oetlingerstrasse 165, ist er vor mehreren Monaten auf das leer stehende Restaurant zum Wilde Maa gestossen und hat es von seiner ehemaligen Bonvivant- und jetzigen Gastgeberin Petra von Gunten neu einrichten lassen: Wände in weisser und eleganter taubengrauer Farbe, mehrere Deckenleuchtenskulpturen, zusammengesetzt aus Lampen der 1950er-Jahre – und schlichte weiss gedeckte Tische.

Jetzt im Sommer lässt sich auch draussen im schmalen, zur Strasse gelegenen Garten unter einem dichten Wildrebenblätterdach essen. Doch bei der momentanen Hitze haben wir und ein paar andere Gäste uns dazu entschieden, unter diesem Grün einzig einen erfrischenden Aperitif zu nehmen und danach im etwas kühleren Restaurant zu speisen.

Die Karte ist angenehm klein: Zur Auswahl stehen vier Vorspeisen, drei Hauptgänge, Käse und zwei Desserts. Zudem stellt der Chef auch einen Drei-, Vier- und Sechsgänger zusammen. Grundsätzlich hat sich Schürmanns Küche nicht geändert: Auf einem Teller finden sich zwei, höchstens drei verschiedene Zutaten, mit wenig Gewürzen harmonisch aromatisiert, sodass der Gast sich auf die einzelnen Geschmacksrichtungen voll und ganz konzentrieren kann.

Ich entscheide mich für den Dreigänger (Fr. 65.–), während meine Begleitung die Karte zu Rate zieht. Als Entree gibt es für mich ein zart gebratenes Saiblingfilet mit knuspriger Haut und dazu kleine, knackige Blätter vom Neuseeländer Spinat, verfeinert mit einer Dörrtomatenvinaigrette – leicht, harmonisch, gut. Mein Gegenüber hat das Tatar vom Baselbieter Rind (Fr. 24.–) ausgewählt und ist begeistert – nicht nur der Fleischqualität, sondern auch des Zitronen- und Thymianaromas wegen.

Zum Hauptgang bekomme ich ein butterzartes Hüftli vom Berner Oberländer Lamm serviert, dazu in feine Streifen geschnittene Zucchini und kleine, gebratene Kartoffelwürfel. Und was auf der Menükarte verschwiegen wird und sich deshalb als kleine Überraschung herausstellt: ein saftiges Merguez-Würstchen aus ganz fein gehacktem Lammfleisch. Gleichermassen begeistert zeigt sich meine Begleitung vom Zander aus dem Lago Maggiore, der auf einem harmonisch abgeschmeckten Couscous mit Gurken, Peperoni und Schnittlauch liegt. Dazu schmeckt der tiefrote und ausgewogene Quinta do Crasto Tinto Reserva Vinhas Velhas 2016 (Fr. 75.– die Flasche). Während mein Gegenüber sich für drei Käse nach der Wahl von Maître Antony (Fr. 12.–) entschliesst, bekomme ich zum Abschluss eine Panna cotta mit Himbeersorbet und einem Mirabellenkompott. Himmlisch.

Restaurant zum Wilde Maa, Oetlingerstrasse 165, Basel. Geöffnet: Di bis Fr 11.30–14 Uhr und 18.30–24 Uhr; Sa 18.30–24 Uhr.