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«Froome kassiert das höhere Salär als Armstrong»

«Jenes Rennen, in dem ich am meisten litt, war der Giro 1995.» Tony Rominger unterwegs zum Gesamtsieg.

BaZ: Tony Rominger, am Samstag beginnt die Tour de Suisse. Gegen welche Probleme kämpft das wichtigste Schweizer Radrennen im Jahr 2018?

Was heisst das?

Wenn man heute sieht, wie die Sponsoren heissen, hat man das Gefühl, dass das Interesse an der Tour de Suisse und deren Rentabilität nachgelassen hat …

Im Gegensatz zu der Zeit, als Sie fuhren.

Was braucht es, damit es wieder ähnlich wird, wie es war?

Haben die Doping-Geschichten der vergangenen 20 Jahre nicht dazu geführt, dass Schweizer Eltern ihre Kinder seltener in den Radsport schicken?

Aber Radsport ist eher verstaubt …

Die Doping-Vergangenheit hat also nicht dafür gesorgt, dass die Popularität des Radsports nachgelassen hat?

Ist denn auch das Geld noch da?

Bedeutet das, dass Christopher Froome so viel verdient wie Lance Armstrong?

Einer, der Eintagesrennen gewinnt, ist teurer als ein viermaliger Tour-Sieger?

Und wie viel verdienen heute die Favoriten auf einen Tour-de-France-Sieg?

Das ist mehr als zu Ihren besten Zeiten. Es hiess, Sie seien jährlich auf zwei Millionen Franken gekommen …

Sie haben bis vor drei Jahren auch noch Fahrer gemanagt: Welche Kategorien unterscheidet man heutzutage?

Warum machen die das?

Wie meinen Sie das?

Also wird man lieber Edelhelfer.

Wie gut?

Wer ist am schlechtesten bezahlt?

Sieht man heute besseren Radsport?

Inwiefern?

Wieso ist das so?

Also ist die Tour de France, die als Tour der Leiden beschrieben wird, auch gar nicht so schlimm, wie es immer heisst?

Gut, am Ende waren Sie krank …

Wird anders gefahren?

Sind die Leader von heute schwächer als die Leader von damals?

War der Respekt vor Leadern wie Ihnen grösser, als das heute der Fall ist?

Wie steht es um die Technik?

Und heute hat jeder Fahrer Funkverbindung mit dem sportlichen Leiter …

Warum?

Ist die Funkverbindung schlecht?

So wie 1996 in der Vuelta. Sie waren dafür verantwortlich, dass Sie damals nicht gewannen – aber Sie verhalfen auch Alex Zülle zum Gesamtsieg …

Er war Leader – und er sprintete trotzdem um den Bergpreis.

Sie mussten sich gegen Zülles Knopf im Ohr durchsetzen …

Heute gibt es Funk, früher brauchte es Rennintelligenz. Waren Sie diesbezüglich der schlauste Fahrer Ihrer Zeit?

Wie merkt man, wenn der Moment zum Angriff gekommen ist?

Was?

Wie studiert man die Gegner?

Und was ist, wenn es ernst gilt?

In die Hosen ging für Sie wenig. Aber die Tour de France 1993 hätten Sie gewinnen können …

Die Hitzeperiode blieb aus – und doch wurden Sie nur Zweiter …

Was war zuvor schief gelaufen?

Sie schlugen Indurain im letzten Zeitfahren klar, vermochten ihn am Berg aber nicht zu distanzieren …

Sie entwickelten sich weiter, lernten, am Berg kickartig zu attackieren – und gewannen mit dieser Taktik den Giro.

Warum nicht?

Ist das eine Folge der Wissenschaft?

… und blieben so lang als möglich dran.

Wie haben sich diese sonst verändert?

Zu Recht?

Aber Sie erlebten den Tod von Fabio Casartelli in der Tour de France …

Wie sahen diese aus?

Wie hart ist ein Sturz?

Inwiefern?

Diese scheint auch im Umgang mit den Fans stattgefunden zu haben: Die Profis von heute sind viel abgeschotteter, als Sie es waren. Hat das Misstrauen in den Radsport umgekehrt dazu geführt, dass die Radsportler misstrauischer sind?

Wie war das zu Ihrer Zeit?

Ja.

Nein.