Solarstrom vom Walensee

Hintergrund

Trotz schwerer Bedenken von Naturschützern geht es vorwärts mit dem grössten Sonnenkraftwerk der Schweiz unter den Churfirsten.

Solarstrom für 1400 Haushalte: Die geplante Photovoltaik-Anlage am Walensee.

Solarstrom für 1400 Haushalte: Die geplante Photovoltaik-Anlage am Walensee.

(Bild: zvg)

Stefan Häne@stefan_haene

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und die St.-GallischAppenzellischen Kraftwerke (SAK) erstellen im Steinbruch Schnür am Walensee eine 80'000 Quadratmeter grosse Solartestanlage, die maximal fünf Jahre in Betrieb sein soll. Die beiden Energieunternehmen erwarten an diesem Standort vor allem im Frühjahr, Herbst und Winter sehr gute Erträge – zu Jahreszeiten, in denen Solaranlagen auf Dächern nur wenig produzieren. Ziel ist es, in einem zweiten Schritt eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 15 Megawatt zu realisieren. Die rund 30 Millionen Franken teure Anlage würde so gross wie zehn Fussballfelder und könnte Solarstrom für 3000 Vierpersonenhaushalte produzieren.

Umstrittenes Grossprojekt

Doch das Grossprojekt ist umstritten. Die Churfirsten sind im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) hat die Testanlage zwar positiv beurteilt. Im Gutachten, dem tragendes Gewicht zukommt, macht die Kommission aber deutlich, dass der geplante Solarpark einen «erheblichen Eingriff» in das Schutzgebiet darstellen würde und «mit hoher Wahrscheinlichkeit» als schwere Beeinträchtigung beurteilt werden müsste.

Der Standort liesse sich gemäss ENHK höchstens mit dem Nachweis rechtfertigen, dass für das Solarkraftwerk keine Standorte ausserhalb von BLN-Objekten möglich seien. Auch das Bundesamt für Energie empfiehlt, im Hinblick auf die geplante Energiewende zuerst das Potenzial an geeigneten Gebäudeflächen zu nutzen. Eine EKZ-Sprecherin betont, die ENHK habe dem Solarpark keine definitive Absage erteilt.

Tages-Anzeiger

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