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Theater in der KaserneFrauen, die keiner will

Die Schauspielerin Ariane Andereggen analysiert in ihrem Solo-Stück «Age on Stage» die Situation von Darstellerinnen jenseits der 50.

Ariane Andereggen macht sich vom Zwang los, gefallen zu wollen und nennt die unschönen Dinge bezüglich des Alterns beim Namen.
Ariane Andereggen macht sich vom Zwang los, gefallen zu wollen und nennt die unschönen Dinge bezüglich des Alterns beim Namen.
Foto: Knut Klassen

Mit 34 spielen sie Mütter von bereits erwachsenen Kindern, Mitte 40 werden sie für Grossmutter-Parts gecastet – und dann verschwinden sie im schwarzen Loch: Schauspielerinnen altern rasend schnell. Das Abstellgleis als Darstellerinnen von durchgeknallten Ulknudeln in den Wechseljahren oder bösen Schwiegermüttern droht bereits im besten Alter: «Die Altersspanne zwischen Mitte vierzig und sechzig ist im Leben einer Schauspielerin eine besonders dreckige Zeit», stellt Ariane Andereggen fest.

Jung und dynamisch ist auch in der Theaterwelt gefragt.

Die Basler Schauspielerin hat sich ihre Arbeit in der freien Theaterszene immer auch mit Engagements an etablierten Häusern querfinanziert und erlebt die Altersguillotine in der Theaterwelt am eigenen Leib. Anfragen für Kooperationen in der freien Szene nehmen gemäss der 50-Jährigen mit zunehmendem Alter markant ab, und Engagements in festen Schauspiel-Ensembles sind schwer zu ergattern. Jung und dynamisch zu sein, ist nicht nur im Business gefragt, sondern auch in der Theaterwelt – in der berufsbedingt und im Speziellen bei Frauen auch die äussere Erscheinung eine grosse Rolle bei der Jobsuche spielt. Auch die freie Szene werde oft mit jungen Menschen und Nachwuchsschauspielern gleichgesetzt, in der ältere Darstellerinnen eher selten Auftrittsmöglichkeiten finden, so Andereggen. Viele ihrer Berufskolleginnen zögen sich deshalb vermehrt freiwillig von der Bühne zurück – «das erschüttert mich».

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