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Vorfälle in den USA und Niederlanden«Es regnete Trümmer»: Flugzeugteile fallen vom Himmel

Bei einer Boeing 777 der US-Fluggesellschaft United Airlines ist kurz nach dem Start in Denver ein Triebwerk explodiert. Am selben Tag gab es in den Niederlanden einen ähnlichen Vorfall.

In Denver hat ein Flugzeug Maschinenteile verloren, nachdem das Triebwerk nach dem Start ausgefallen war. Die Trümmerteile landeten in einem Wohngebiet.
Video: Storyful

Grosse Trümmerteile eines Flugzeugs sind nach dem Ausfall eines Triebwerks unweit der US-Stadt Denver im Bundesstaat Colorado in Wohngebiete gestürzt. Die Boeing 777 landete am Samstagnachmittag (Ortszeit) mit mehr als 240 Menschen an Bord dennoch sicher am Internationalen Flughafen in Denver. Es gab zunächst keine Berichte über Verletzte – weder an Bord noch am Boden. «Ich bin ehrlich gesagt schockiert», sagte die Sprecherin der Polizei in Broomfield, Rachel Welte. Es sei «erstaunlich», dass in dem Ort nach ersten Erkenntnissen niemand durch Trümmerteile verletzt worden sei. Bei einem ähnlichen Zwischenfall gab es in den Niederlanden nach Angaben der Polizei in Maastricht zwei Verletzte.

Nach Angaben der Bundesluftfahrtbehörde FAA fiel das rechte Triebwerk der Maschine von United Airlines kurz nach dem Start aus. Die 231 Passagiere und zehn Crew-Mitglieder waren auf dem Weg in die Hauptstadt von Hawaii, Honolulu. Was zu dem Triebwerksausfall geführt hat, war zunächst unklar. Der Vorfall werde untersucht, erklärte die FAA. United Airlines teilte am Abend mit, der Grossteil der Passagiere befinde sich mit einem anderen Flug auf dem Weg nach Hawaii.

Ein grosses Trümmerteil stürzte in den Vorgarten eines Hauses, andere Flugzeugteile landeten auf einem Sportplatz. Die Menschen seien vor allem durch den Lärm aufgeschreckt worden, berichtete Polizeisprecherin Welte. «Eine Menge Leute haben gesagt, dass sie diese wirklich laute Explosion gehört haben, die viele Leute erschreckte, und dann sahen sie, was sie für ein Flugzeug hielten, das vom Himmel fiel, aber es waren Trümmer.»

An Bord sowie am Boden wurde niemand verletzt: Teile des Triebwerks fielen direkt in die Vorgärten. (20. Februar 2021)
An Bord sowie am Boden wurde niemand verletzt: Teile des Triebwerks fielen direkt in die Vorgärten. (20. Februar 2021)
keystone-sda.ch

Er habe mit seiner Frau im Wohnzimmer gesessen und Zeitung gelesen, als es einen lauten Knall gegeben habe, erzählte Kirby Klements der «Denver Post». Erst habe er gedacht, dass es sich um ein Teil eines Trampolins gehandelt habe. Als er rausgegangen sei, habe er sofort erkannt, dass ein Teil des Triebwerks eines Flugzeugs in seinem Vorgarten gelandet sei. «Es regnete eine Menge Trümmer vom Himmel», sagte Klements.

Es habe sich angehört, als sei die Schallmauer durchbrochen worden, sagte Augenzeuge Kieran Cain dem Sender CNN. Jeder habe nach oben geschaut. Am Himmel sei eine «gigantische» schwarze Rauchwolke zu sehen gewesen und unmittelbar danach die herunterfallenden Teile des Flugzeugs. «Praktisch ein Schauer an Teilen, die vom Himmel fielen», sagte Cain.

Auf Twitter verbreitete sich ein Video von der Landung des Flugzeugs in Denver – die Passagiere jubeln und klatschen. Videos gab es auch, die ein brennendes Triebwerk zeigten. Die Videos liessen sich nicht unabhängig verifizieren. Der Nachrichtensender CNN spielte eine Aufnahme des dramatischen Moments ab, in dem der Pilot des Flugzeugs das Notsignal «Mayday» absetzte.

Ähnlicher Vorfall in den Niederlanden

Ähnliche Berichte gab es am selben Tag aus den Niederlanden. Dort waren nach Angaben der Polizei in Maastricht zwei Menschen durch herabstürzende Flugzeugteile verletzt worden. Eine ältere Frau wurde am Kopf getroffen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Auch ein Kind wurde den Angaben zufolge leicht verletzt und erlitt Brandwunden, als es Trümmerstücke vom Boden aufheben wollte.

Nach Angaben der Polizei in Maastricht brach ein Brand in einem der vier Motoren der Maschine aus. Die Behörden untersuchen den Vorfall. Das Flugzeug sei später im belgischen Lüttich gelandet. Es war eigentlich unterwegs von Maastricht Aachen Airport nach New York. Es gab keine Hinweise darauf, dass die Ereignisse in den Niederlanden und den USA zusammenhingen.

SDA/sep/oli

39 Kommentare
    anders stefan

    Es wird überall gespart, auch bei technischem personal, welches in Kurzarbeit geschickt wurde. Die Flugzeuge weltweit sind in einem desolaten zustand.fliegen wird zu einem grösseren Risiko weil die Wartungen ungenügend durchgeführt werden oder Ersatzteile fehlen.Auch weil es Lieferengpässe gibt und viele Flugzeuge bleiben auch zu lange am Boden.

    So geht es mit vielem,China will liefern hat aber bald keine Container mehr, weil die leeren noch in den Ländern mit Quarantäne stehen u.s.w..das totale caos kommt sehr bald.

    Und wenn man überlegt, dass momentan nur ein drittel an Flugzeugen am Himmel ist und es passieren 2 Fastunfälle an einem tag, dann wissen wir, was die Zukunft bringt!

    Viel spass beim nachdenken....