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Burgener verrät Zahlen im TVFCB: Gewinn trotz Corona

In einer Zeit, in der sich Rotblau durch wirtschaftlich schwierige Monate kämpft, nutzt Präsident Bernhard Burgener die Fernsehpräsenz, um mitzuteilen, dass der FCB aktuell schwarze Zahlen schreibt.

FCB-Präsident Bernhard Burgener blickt auf ein bislang wirtschaftlich zufriedenstellendes 2020 zurück.
FCB-Präsident Bernhard Burgener blickt auf ein bislang wirtschaftlich zufriedenstellendes 2020 zurück.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Es ist ruhig in diesen Tagen rund um den FC Basel. Das hat einerseits damit zu tun, dass die erste Mannschaft wegen der Nationalmannschaftspause ihr nächstes Spiel bei den Young Boys erst am 21. November auszutragen hat. Andererseits damit, dass intern der Fokus auf Anfang kommender Woche liegt, wenn in der Geschäftsstelle an der Birsstrasse die Stimm- und Wahlzettel der Mitglieder ausgewertet werden. Die Generalversammlung (GV) kann nicht physisch durchgeführt werden. Wie der FCB als Club ins nächste Vereinsjahr startet, entscheiden im besten Fall über 8000 Menschen auf brieflichem Weg.

Wegen dieser speziellen GV nahm Bernhard Burgener am Montag im Studio von Telebasel Platz und nutzte die Plattform der Sendung «FCB total» auch gleich, um auf die aktuelle finanzielle Situation von Rotblau aufmerksam zu machen. Spricht Burgener über Zahlen, fühlt er sich rasch in seinem Element. So auch am Montag, da der 63-Jährige eine Zwischenbilanz über die ersten neun Monate im 2020 zieht und dabei lauter Positives zu berichten weiss.

Dabei verrät Burgener, dass der FCB wieder schwarze Zahlen schreibt. Nachdem der Club im 2019 ein Minus von rund 20 Millionen Franken zu verbuchen gehabt hat, scheint es trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse rund um Corona aufwärtszugehen. Das betont Burgener im TV-Studio. Er sagt, dass man aktuell in der Gewinnzone liege.

Einsparungen von 19 Millionen Franken

Da sind etwa die Einsparungen bei den Löhnen. Burgener sagt, dass die Kosten um 19 Millionen Franken reduziert werden konnten. Ein Grossteil dieser Reduktion hängt mit den Lohnkosten zusammen. Gewiss, der FCB hat nach den Abgängen von Zdravko Kuzmanovic, Jonas Omlin, Omar Alderete oder Noah Okafor einen stattlichen Batzen an Gehältern einsparen können. Ebenso beim Trainerstaff um Marcel Koller, der gegenüber der jetzigen Coaching-Equipe rund eine Million Franken teurer gewesen sein dürfte. Und nicht zuletzt wurden neue, leistungsbezogene Verträge ausgehandelt (Valentin Stocker, Ricky van Wolfswinkel), deren Fixkosten tiefer als in der Vergangenheit sein dürften. Erfolgsprämien sollen vermehrt in die Spielerkontrakte einfliessen. Doch es gilt festzuhalten: Allein mit Korrekturen im Kader wie auch im Nachwuchs-Staff dürfte dieser Betrag nicht eingespart worden sein. Auch auf der Geschäftsstelle ist es zu Kündigungen gekommen, die wohl in diese Berechnungen einbezogen worden sind.

Weiter erzählte Burgener, dass in diesem Jahr mit Transfers 35 Millionen Franken generiert worden sind. Nachdem 2019 mit Albian Ajeti und Eder Balanta nur zwei Stammspieler abgegeben und insgesamt 17,3 Millionen Franken Transfereinnahmen ausgewiesen worden sind, sieht diese Bilanz im 2020 anders aus: Okafor, der teuerste Transfer der österreichischen Bundesliga, machte im Januar den Anfang. Von Salzburg kassierte der FCB geschätzte 12 Millionen Franken. Dazu kommen die überlieferten 10 Millionen Franken von Alderetes Abgang zu Berlin und die kolportierten 6 Millionen Franken Omlins für dessen Engagement bei Montpellier. Den Restbetrag dürften die Transfers von Blas Riveros, Kemal Ademi und andere Posten ausmachen.

Dank diesen beiden Punkten konnte der Umsatz um 5 Millionen Franken gesteigert werden von 45 auf 50 Millionen. Selbst die Zuzüge der Leistungsträger Arthur Cabral, Pajtim Kasami und Edon Zhegrova ändern daran nichts. Gemäss Informationen der BaZ soll Kasami am Rheinknie einen Fixlohn von «nur» 300’000 Franken beziehen. Der FCB hat für sein Grundsalär in Zeiten von Corona also weitaus weniger tief als vermutet in die Tasche greifen müssen.

Wie verlässlich diese am 9. November von Burgener kommunizierten Zahlen tatsächlich sind, wird sich spätestens am 2. März 2021 zeigen: Bis dahin muss der FCB bei der Swiss Football League sein Lizenzgesuch mit sämtlichen buchhalterischen Eckdaten einreichen.

Restprogramm FC Basel im 2020. 21. November, 20.30 Uhr: YB - FCB. 25. November, 18.15 Uhr: FCB - Lausanne. 29. November, 16 Uhr: Lugano - FCB. 5. Dezember, 20.30 Uhr: FCB - Servette. 9. Dezember, 18.15 Uhr: FCB - Sion. 12. Dezember, 20.30 Uhr: Vaduz - FCB. 16. Dezember, 20.30 Uhr: FCB - YB. 19. Dezember, 20.30 Uhr: FCB - St. Gallen. 23. Dezember, 18.15 Uhr: Luzern - FCB. Wiederaufnahme der Super League am 23./24. Januar 2021.

14 Kommentare
    A. Probst

    Die Hetze der BaZ Redaktion gegen Burgener war unfair. Der Chefredaktor hat ihn während der Pandemie gar zum Rücktritt aufgefordert. Ich habe mich immer wieder in bazonline zu Wort gemeldet und mich für Burgener eingesetzt: denn mir war klar, dass Burgener ein smarter und kluger Geschäftsmann ist. Er ist der Mann der Stunde, der richtige Präsident und Mehrheitsaktionär.