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Fazit von den Schweizer Pisten«Die Leute sind sehr zurückhaltend»

In den geöffneten Schweizer Skigebieten blieb der grosse Ansturm über Weihnachten aus. Auch die Unfallzahlen blieben deshalb tief.

Bündner Skigebiete sind geöffnet: Wintersportler am 26. Dezember im Skigebiet Flims Laax Falera.
Bündner Skigebiete sind geöffnet: Wintersportler am 26. Dezember im Skigebiet Flims Laax Falera.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone) 

Über die Festtage waren weniger Menschen auf den Schweizer Skipisten als erwartet. Die Schneesportgebiete Lenzerheide/Arosa und Adelboden-Lenk waren nur zur Hälfte ausgelastet. Dafür konnten die Corona-Schutzmassnahmen gut eingehalten werden.

Im Schneesportgebiet Lenzerheide/Arosa waren über die Festtage etwas weniger als halb so viele Gäste unterwegs wie im Jahr davor. Die Kapazität des Gebietes liegt bei 21'000 Gästen. Erlaubt wäre eine Auslastung bis zu 70 Prozent. Diese lag am Wochenende jedoch nur bei 50 Prozent, in den Tagen davor sogar darunter.

«Die Leute sind sehr zurückhaltend», sagte Peter Engler, CEO der Lenzerheide Bergbahnen AG, am Sonntag (lesen Sie auch: Skifahren als moralisches Dilemma – ein Pro & Contra). Ausgeblieben seien vor allem Schweizerinnen und Schweizer sowie Zweitwohnungsbesitzer. Der Zugang der ausländischen Touristen sei sowieso beschränkt.

Man habe auf etwas mehr Gäste gehofft, sagte Engler. Dafür hätten jene, die kommen, genug Platz. Das Schutzkonzept funktioniert laut Engler gut. Es habe nirgends Probleme mit dem Anstehen gegeben und die Gäste hielten sich an die Vorgaben.

Wenig Spitaleintritte

Ähnlich ist die Situation im Berner Oberland. «Die Festtage inklusive den 26. 12. waren unter den Erwartungen», teilte Matthias Werren, Sprecher der Skiregion Adelboden-Lenk, mit. Obwohl das Wetter am Samstag schön gewesen sei, hätten sich nur zwischen 50 und 60 Prozent der üblichen Gästezahlen im Mittelgebiet bewegt.

«Dies hat zur Folge, dass wir einen sehr ruhigen und Corona-mässig sehr disziplinierten Betrieb anbieten konnten», so Werren weiter. Positiv daran sei auch, dass die Unfallzahlen, insbesondere die jene der Spitaleintritte sehr tief seien (mehr zum Thema: Eine Auswertung von Skiunfällen und mögliche Folgen für die Spitäler).

Dies bestätigte Christian Dubois vom Waadter Skigebiet Villars, Gryon und Les Diablerets. Die Skifahrer seien vorsichtiger als sonst, wohl wissend, dass die Spitäler bereits überfüllt seien, sagte Dubois. Bisher habe es nur kleinere Verletzungen gegeben.

Aussergewöhnlich sei zudem, dass in den ersten drei Wochenenden der Saison kein Helikopter gerufen werden musste. Das Skigebiet verzeichnete am Samstag rund 9700 Gäste, was weder eine unter- noch eine überdurchschnittliche Zahl ist.

Die Kantone Graubünden, Wallis, Bern, Waadt und Tessin liessen ihre Skigebieten über die Festtage geöffnet. Demgegenüber stellten die Bergbahnen in der Zentral- und Ostschweiz den Betrieb wegen der Corona-Pandemie ein.

80 Prozent weniger Flugpassagiere

Über die Festtage gab es auch weniger Flugreisende als sonst. Der Flughafen Zürich verzeichnete zwischen dem 17. und 26. Dezember rund 70 Prozent weniger Flüge und 80 Prozent weniger Passagiere im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2019 noch 5800 Flugbewegungen – dazu gehören Abflüge und Landungen in Zürich – sind es dieses Jahr nur 1800.

Das teilte Philip Gentsch vom Flughafen Zürich mit. Den Rückgang erklärt sich Gentsch mit den Corona-Reiserestriktionen. Gewisse Destinationen dürften gar nicht angeflogen werden, sagte er.

Am Flughafen Genf betrug der Rückgang der Passagierzahlen gar 84 Prozent. Zwischen dem 23. und 27. Dezember sind etwas mehr als 47'000 Passagiere ab oder nach Genf geflogen – im Vorjahr waren es fast 300'000 im gleichen Zeitraum.

Keine Überlastung im Zug

Auch die Züge waren über Weihnachten nicht überlastet. Die SBB meldeten «normalen Betrieb». Viele Leute seien zu Hause geblieben, sagte ein Sprecher. Zudem sei das Wetter nicht so schön gewesen, dass es einen Grossandrang gegeben hätte.

sda/ij

93 Kommentare
    Hugo Walter

    Der R-Wert für GR liegt heute, 28.12., 15.30h für GR neu bei 0,83.