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Tipps für GärtnerFarne – die Gartenpflanzen der Stunde

Je heisser die Sommer, desto beliebter der Schatten auf Balkon oder Sitzplatz. Mit den grünen Wedeln lassen sie sich schön gestalten.

Faszinierend und filigran: Farne gehören zu den ältesten Landpflanzen überhaupt.
Faszinierend und filigran: Farne gehören zu den ältesten Landpflanzen überhaupt.
Foto: iStock/Getty Images

Auch die Gartenwelt kennt ihre Trends: Mal waren Rhododendren in Mode, mal Hostas, mal Hortensien. Und jetzt sind es Farne. Die urtümliche Pflanze macht keine Blüten, steht am liebsten im Schatten und wird weder zum Essen noch für Heilzwecke verwendet. Farne sind zurzeit beliebt. «Viele Gartenbesitzer, aber auch Pflanzplaner sind in den letzten Jahren auf Farne aufmerksam geworden», sagt Elisabeth Jacob, die in Rifferswil ZH eine kleine, auf Schattenpflanzen spezialisierte Gärtnerei betreibt. Denn die Pflanzen seien pflegeleicht, einfach einzusetzen und wirkten trotzdem edel und ästhetisch.

Auch die beiden Jungunternehmer Maria und Michael Schneider von der Firma Farnwerk in Härkingen SO setzten im richtigen Moment auf die richtige Pflanze. Die beiden Industriedesigner hatten privat schon über 700 Farne gesammelt, als sie sich vor drei Jahren entschlossen, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Michael Schneider machte deswegen extra eine Ausbildung zum Gärtner, und gemeinsam eröffneten die beiden ihre Farngärtnerei. «Zuerst kamen vor allem Sammler zu uns, die Raritäten suchten», sagt Maria Schneider.

Denn einen treuen Fanclub hatten die Farne in der Schweiz schon immer. Im Verein Farnfreunde der Schweiz treffen sich seit 43 Jahren Sammler, Botaniker und Pflanzenfreaks, um Fachwissen auszutauschen oder Farne in Gärten oder an Naturstandorten aufzusuchen. Schon nach kurzer Zeit wurde die Kundschaft bei Farnwerk immer breiter. Heute wollen sowohl Balkongärtner als auch Parkgestalter Farne.

Farn ist sehr fotogen. Das sieht man auch auf Social Media, wo Gartenbesitzer gern ihre Fotos posten.

Für das Ehepaar Schneider ist die Beliebtheit des Farns unter anderem mit seinem Äusseren zu erklären. «Er ist sehr fotogen», sagt Michael Schneider. «Das sieht man auch auf Social Media, wo Gartenbesitzer gern ihre Fotos posten.» Farne, die ihre Wedel ausrollen und dabei an einen Bischofsstab oder einen Geigenkopf erinnern. Farne im Gegenlicht. Farne mit Tautropfen.

Mehr als 10’000 Arten

Zudem sei die Welt der Farne sehr vielfältig. Weltweit sind über 10000 Arten bekannt, von denen einige nur wenige Zentimeter gross werden und andere hingegen, etwa die Baumfarne, mehrere Meter hoch wachsen.

Oder ist es ihre Urtümlichkeit, die fasziniert? Farne gehören zu den ältesten Landpflanzen überhaupt. Sie vermehren sich nicht wie Samenpflanzen via Pollen und Stempel, sondern mittels Sporen. Und dies in eher gemächlichem Tempo.

Farne brauchen mehrere Jahre, um zu wachsen und sich an einem neuen Standort zu etablieren. Einige Arten wie der Siebold-Wurmfarn machen pro Jahr nur einen einzigen Wedel. Farne brauchen Geduld.

Aus welchen Gründen auch immer Farne sich einen speziellen Platz in vielen Gärtnerherzen erobert haben – sie dürften beliebt bleiben: In Zeiten des Klimawandels werden Schattenplätze im Garten immer wichtiger, und diese wollen schön gestaltet sein. «Da im Schatten nur wenige Blütenpflanzen gedeihen, sind andere Gestaltungskriterien wie Battformen und -texturen wichtig», erklärt Elisabeth Jacob. Geschickt kombiniert, entstehen auch ohne Blüten attraktive Beete.

Einige gut erhältliche Farne

Pflegeleichte Klassiker:

Dryopteris filix-mas (einheimisch, Bild), Dryopteris affinis (einheimisch), Dryopteris erythrosora oder Asplenium scolopendrium (einheimisch).
Dryopteris filix-mas (einheimisch, Bild), Dryopteris affinis (einheimisch), Dryopteris erythrosora oder Asplenium scolopendrium (einheimisch).
Foto: Eye Ubiquitous

Robuste wintergrüne Arten:

Polystichum aculeatum (einheimisch, Bild), Polystichum polyblepharum oder Dryopteris atrata.
Polystichum aculeatum (einheimisch, Bild), Polystichum polyblepharum oder Dryopteris atrata.
Foto: Michael Warren (Photoshot)

Farne als Bodendecker:

Adiantum venustum (Bild) oder Blechnum penna-marina.
Adiantum venustum (Bild) oder Blechnum penna-marina.
Foto: P. Himmelhuber (Zoonar)

Farne für den Topf:

Asplenium trichomanes (Bild), Adiantum pedatum oder Polypodium vulgare.
Asplenium trichomanes (Bild), Adiantum pedatum oder Polypodium vulgare.
Foto: GWI, Floramedia