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Springsteen am Samstag (V)Fachmann für Reparaturen aller Art

In einem einstündigen Interview gibt Springsteen viel über sich, den Kreativprozess und das Verhältnis zu seiner Band preis.

Bruce Springsteen (Mitte) mit einigen Mitgliedern der E-Street-Band und Technikern in seinem Thrill Hill Studio.
Bruce Springsteen (Mitte) mit einigen Mitgliedern der E-Street-Band und Technikern in seinem Thrill Hill Studio.
Foto: Sony Music

Locker sitzt Bruce Springsteen in seinem Thrill Hill Studio in New Jersey. Im Hintergrund sieht man, je nach Kamerawinkel, entweder das Mischpult oder eine ganze Sammlung Instrumente: vorwiegend Gitarren. Mit dem gebürtigen Neuseeländer Zane Lowe, der für Apple Music regelmässig mit Musikern Interviews führt, redet er genau eine Stunde mittels einer Videoschaltung Corona lässt nichts anderes zu erfrischend offen.

Geht es zuerst um sein Verhältnis zu den Musikern der E-Street-Band, kommt er im zweiten Teil des Gesprächs vor allem auf den kreativen Prozess zu sprechen.

Mit Roy Bittan, Max Weinberg, Steven Van Zandt und dem Rest der Band verhält es sich so: Manchmal sind sie sehr eng, nehmen Platten auf, gehen auf ausgedehnte Konzerttourneen. Und manchmal lässt er die Jungs quasi jahrelang im Stich, braucht sie nicht, verwirklicht lieber Soloprojekte oder schreibt Bücher oder tritt am Broadway auf.

Beim aktuellen Album war die E-Street-Band aber mit an Bord beziehungsweise im Studio, und Bruce schwärmt: Wie rasch er die Songs habe schreiben können (7 bis 10 Tage), wie schnell sie alles live! eingespielt hätten (4 Tage). Wie sehr er sich darauf freue, zusammen mit ihnen allen auf der Bühne zu stehen und diese Songs für ein grosses Publikum zu spielen.

Tiefschürfender ist der Teil über das Schreiben von Songs. Über den Moment, in dem ein Lied entsteht. Das sei Magie. «Spirituell?», fragt Zane Lowe nach, und Springsteen bestätigt das. Es seien unvergleichliche Momente, die sich kaum beschreiben liessen, sagt er.

Am Schluss des Gesprächs sagt «The Boss», er sei eigentlich ein «repair man». Er schreibe Musik, die in allen Situationen helfen könne, wenn es einem gut gehe, wenn es einem nicht gut gehe … Dabei sei es aber zunächst darum gegangen, zuerst sich selber zu «reparieren» um damit anderen zu helfen. Dazu lässt sich nur sagen: Gute Fachkräfte sind unbezahlbar.