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Coronakrise in den USAExperten rechnen bis Ende Juli mit 150’000 Toten

Forscher der Universität Washington in Seattle haben die prognostizierte Opferzahl wegen der anstehenden Lockerungen nach oben korrigiert.

US-Wissenschaftler haben die Zahl der zu erwartenden Toten nach oben korrigiert: Im Stadtteil Bronx in New York City werden Opfer von Covid-19 beerdigt. (9. April 2020)
US-Wissenschaftler haben die Zahl der zu erwartenden Toten nach oben korrigiert: Im Stadtteil Bronx in New York City werden Opfer von Covid-19 beerdigt. (9. April 2020)
Keystone/John Minchillo
Mindestens gehen die Experten von 113'000 Todesfällen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge aber 227'000 Tote in den USA werden.
Mindestens gehen die Experten von 113'000 Todesfällen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge aber 227'000 Tote in den USA werden.
Keystone/Justin Lane
Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Spitalaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar werden, warnten die Forscher.
Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Spitalaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar werden, warnten die Forscher.
Keystone/Craig Ruttle
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US-Wissenschaftler gehen in einer neuen Modellrechnung davon aus, dass es in den Vereinigten Staaten bis Ende Juli fast 150'000 Corona-Tote geben wird. Dies erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle am Dienstag.

Die höhere prognostizierte Opferzahl liege unter anderem an der in vielen Landesteilen beginnenden Lockerung der Coronavirus-Auflagen, hiess es weiter. Die ganzen Auswirkungen der Lockerungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Spitalaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar werden, warnten sie.

Die Prognosen der Forscher werden in den USA viel beachtet, weil die Regierung von US-Präsident Donald Trump sie mehrfach zitiert hat, um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu erklären. Die Experten hatten ihr Modell zuletzt erst am Sonntag aktualisiert und erklärt, die Opferzahl würde sich ab Ende Juli bei etwa 134'000 Toten stabilisieren. Nun prognostizieren sie für den 4. August rund 147'000 Tote. Für die Zeit danach trifft das Modell noch keine Aussage. Noch vor wenigen Wochen war die Universität davon ausgegangen, dass im Hochsommer bei etwa 90'000 Toten ein Plateau erreicht würde.

Grosse Bandbreite im Modell

Bisher sind in den USA bereits 82'000 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben. Trump macht inzwischen grossen Druck, die Coronavirus-Beschränkungen der Bundesstaaten schnell wieder zu lockern, um die dramatischen wirtschaftlichen Folgen zu begrenzen.

Das IHME-Modell stellt keine genaue Prognose dar: Jedes Rechenmodell kann nur so gut sein wie die ihm zugrundeliegenden Daten, Annahmen und die daraus gezogenen Schlüsse. Der Wert von 147'000 Coronavirus-Toten bis Anfang August stellt denn auch einen Mittelwert der Berechnungen dar. Mindestens gehen die Experten von 113'000 Todesfällen aus, maximal könnten es dem Modell zufolge aber 227'000 Tote in den USA werden.

Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge gibt es in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, bisher 1,36 Millionen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Das entspricht etwa jeder dritten weltweit nachgewiesenen Infektion.

(SDA / chk)