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Emotet sorgte für Millionen-SchädenEuropol stoppt gefährlichen Trojaner

Auch in der Schweiz tauchte die Schadsoftware Emotet auf. Betroffen etwa war die Kapo Bern. Nun haben die Ermittler zugeschlagen.

Entsprechende schädliche Mails enthielten ein Passwort für das Öffnen der im Anhang beiliegenden verschlüsselten Zip-Datei.
Entsprechende schädliche Mails enthielten ein Passwort für das Öffnen der im Anhang beiliegenden verschlüsselten Zip-Datei.
Bild: Screenshot/cybercrimepolice.ch

Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol eines der weltweit gefährlichsten Cyberware-Netzwerke ausgeschaltet. Die Infrastruktur des vor allem vom organisierten Verbrechen genutzten Systems Emotet sei unter Kontrolle, teilte Europol am Mittwoch in Den Haag mit.

An dem mehr als zwei Jahre dauernden Einsatz unter deutscher und niederländischer Leitung waren Ermittler aus acht Ländern beteiligt. Mit Hinweis auf andauernde Ermittlungen äusserte sich Europol nicht zu möglichen Festnahmen.

Getarnt als harmlos wirkender Anhang einer E-Mail

Emotet war eines der «gefährlichsten Instrumente für Cyber-Attacken» der letzten Jahre, sagte eine Sprecherin von Europol. Zuerst war es 2014 als sogenannter Trojaner aufgetaucht. «Die Emotet-Infrastruktur funktionierte im Kern wie ein erster Türöffner in Computer-Systeme auf weltweiter Ebene», so die Behörde. «Das System konnte auf einzigartige Weise ganze Netzwerke infizieren nur durch den Zugang zu ein paar wenigen Apparaten.»

Über ein Word-Dokument, häufig getarnt als harmlos wirkender Anhang einer E-Mail oder auch als Link, wurde in das System eingebrochen, wie Europol schilderte. Sobald der illegale Zugang gelungen war, wurde dieser an Cyber-Kriminelle verkauft. Diese konnten wiederum eigene Trojaner einschleusen, um etwa an Bank-Daten zu gelangen, erbeutete Daten weiterzuverkaufen oder aber Lösegeld für blockierte Daten zu erpressen.

Vermeintliche Absender der Kapo Bern

Die Malware war etwa versteckt in gefälschten Rechnungen, Lieferankündigungen oder angeblichen Informationen über Covid-19. Wenn der Nutzer aber auf den angegeben Link klickte oder den Anhang öffnete, installierte sich die Malware selbst und verbreitete sich rasend schnell.

Auch die Kantonspolizei Bern war von der Attacke betroffen: So wurden erst im Januar an verschiedene Personen und Stellen E-Mails verschickt, welche vermeintlich von Accounts der Kantonspolizei stammen. Bei genauem Hinsehen zeigte sich jedoch, dass die Absenderadresse einen anderen Namen sowie ausländische Endungen aufwies.

Emotet soll allein in Deutschland für einen Schaden von mindestens 14,5 Millionen Euro gesorgt haben.

SDA

17 Kommentare
    Reinhard Kissner

    Das grösste Problem der Cyber Security ist, dass viele Benutzer glauben, sie könnten sich im Internet (für die meisten in 1. Linie e-Mail und Web) "bewegen" wie in einem Rechtsstaat. Dabei reiten sie eigentlich durch den Wilden Westen.