Zum Hauptinhalt springen

Artenschutz für die EM-Referees

An der Euro 2012 in Polen und der Ukraine sollen Spieler, die Druck auf den Schiedsrichter ausüben, sofort bestraft werden.

Solche Szenen will die Uefa nicht mehr sehen: Schiedsrichter Howard Webb im Pulk protestierender Spanier.
Solche Szenen will die Uefa nicht mehr sehen: Schiedsrichter Howard Webb im Pulk protestierender Spanier.
Keystone

Im Vorbereitungs-Camp der Schiedsrichter legte Pierluigi Collina die EM-Vorgaben vor ein paar Wochen in Warschau nochmals mit Nachdruck dar: «Wir dulden nicht mehr, dass sich die Spieler um den Schiedsrichter scharen und ihn bedrängen.» Die Uefa hält die Unparteiischen dazu an, Spieler sofort zu verwarnen, die eine Rudelbildung verursachen.

Schiedsrichter-Boss Collina lehnt «das Mobbing gegen meine Leute» strikt ab: «Wir wollen dieses unsportliche Verhalten vom Terrain verbannen.» Für den temperamentvollen Italiener Collina, in den Stadien der Welt einst selber während Jahren der unbestrittene Chef mit dem stechenden Blick, ist die aggressive Zusammenrottung vor allem eines: «Ein Mangel an Respekt!»

Webb, der Star aus England

Erstmals in der EM-Geschichte wird beim Turnier in Polen und in der Ukraine das in der Champions League bereits erprobte System mit einem Haupt-Schiedsrichter und vier Assistenten auf dem Feld zum Einsatz kommen. Zusätzlich überwacht ein weiterer Offizieller die beiden Coachingzonen. Nach den Partien werden die Spielleiter sofort abgeschirmt – die Uefa hat vorsorglich ein Interview-Verbot verhängt.

Ausser dem Engländer Howard Webb verfügt keiner der Zwölferliste über EM-Erfahrung. Der frühere Polizeibeamte ist neben dem deutschen Top-Mann Wolfgang Stark der eigentliche Star der neutralsten Gruppe der Endrunde. Webb pfiff an der WM in Südafrika nahezu fehlerlos – im Final liess der 40-Jährige nach einem Brutalo-Kick des Holländers Nigel de Jong gegen den spanischen Weltmeister Xabi Alonso dann allerdings Gnade vor Recht walten.

Kein Schweizer EM-Schiedsrichter

Die Schweiz ist an der Euro im Osten auch in der Schiedsrichter-Kategorie nicht vertreten. Unter den zwölf von der Uefa nominierten Spielleitern figuriert kein Repräsentant der Super League. Exponenten vergleichbarer Länder wie Ungarn, Slowenien oder der Türkei hingegen schafften den Cut des europäischen Verbandes.

Rückblende: Vor 20 Jahren leitete Bruno Galler in Schweden das Endspiel Deutschland - Dänemark (1:2). Danach gehörte Urs Meier während über einer Dekade zur internationalen Elite. Seit dem Rücktritt von Massimo Busacca - der Tessiner wechselte zur Fifa - fehlt der Schweizer Szene ein Aushängeschild internationaler Prägung.

Die EM-Schiedsrichter. Cüneyt Cakir (Türkei/35 Jahre alt). Jonas Eriksson (Schweden/38). Viktor Kassai (Ungarn/36). Björn Kuipers (Holland/39). Stéphane Lannoy (Frankreich/42). Pedro Proença (Poertugal/41). Nicola Rizzoli (Italien/40). Damir Skomina (Slowenien/35). Wolfgang Stark (Deutschland/42). Craig Thomson (Schottland/39). Carlos Carballo (Spanien/41). Howard Webb (England/40).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch