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Basler Gesundheitsdepartement informiert«Es gibt weiterhin Neuansteckungen»

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger und Kantonsarzt Thomas Steffen ziehen eine positive Bilanz zum Verlauf des Lockdown. Sie mahnen aber auch vor Übermut.

CVP-Regierungsrat Lukas Engelberger und Kantonsarzt Thomas Steffen informieren Medienschaffende via Livestream.
CVP-Regierungsrat Lukas Engelberger und Kantonsarzt Thomas Steffen informieren Medienschaffende via Livestream.
Foto: Screenshot

«Die Bestie zuckt noch» oder «Der Flächenbrand ist gelöscht, und der Rauch und das Feuer haben sich verzogen, aber es mottet noch, und neue Brände können aufflackern». Mit diesen starken Bildern beschrieb CVP-Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger die letzten Wochen der Corona-Krise mit den abflachenden Neuinfektionen und den sukzessiven Lockerungen im Bereich des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Der Regierungsrat mahnte zur Vorsicht, da die Zahl der Neuansteckungen jederzeit wieder zunehmen könnte, und rief die Bevölkerung dazu auf, die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgeschriebenen Schutzmassnahmen weiterhin einzuhalten. Dies mit Hinblick auf die weiteren Lockerungsmassnahmen, die ab Samstag gelten.

Der Kanton Basel-Stadt lockert ab Samstag in Absprache mit dem Altersheimverband Curaviva die Regeln in den Alters- und Pflegeheimen auf Kantonsgebiet. «Besuche auf den Zimmern in den Pflegeheimen sowie begleitete und unbegleitete Spaziergänge sind möglich», sagte Engelberger. Allerdings ist das nicht sakrosankt. Die Heime können strengere Regeln von sich aus beschliessen, wenn es Probleme mit der Umsetzung gibt. In den Altersheimen gelten nach wie vor die Abstandsregeln von zwei Metern. Können diese nicht eingehalten werden, müssen die Beteiligten Schutzmasken tragen. Zudem müssen sich Besucher der Angehörigen obligatorisch einschreiben. So können sie im Fall von neuen Fällen zurückverfolgt werden. Pro Bewohner in einem Altersheim sind pro Tag maximal vier Besuche möglich.

Drei Betriebe geschlossen

Kantonsarzt Thomas Steffen nannte ein paar Kennzahlen aus den vergangenen Wochen. So hat zum Beispiel der Kanton Basel-Stadt, auf die Bevölkerungszahl heruntergebrochen, die höchste Zahl Infizierter in der Deutschschweiz. 50 Fälle sind es pro 10000 Einwohner. Erstaunlich sei das nicht, so Steffen, weil im städtischen Gebiet die Leute auf viel engerem Raum zusammenleben als auf dem Land und somit das Risiko, sich anzustecken, viel höher sei.

Positives vermeldete Steffen zu den 85 Personen, die sich wegen zweier Ansteckungen von Kindern im Isaac-Iselin-Schulhaus in Quarantäne befanden. Sie könnten die Quarantäne am Samstag verlassen. Weitere Schüler hätten sich nicht angesteckt. Zwei Kinder und Eltern wiesen zwar Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 auf, sie seien aber nicht positiv getestet worden.

Mit Rückblick auf die Lockerungsschritte seit dem 11. Mai zog Engelberger eine positive Bilanz. Die Schutzkonzepte in der Gastronomie, bei Coiffeuren, auf Baustellen und auch in religiösen Gemeinschaften funktionierten «erfreulich gut». Die Behörden haben seither rund 1200 Betriebe auf ihre Sicherheitskonzepte geprüft und mussten eine Bar und zwei Coiffeure vorübergehend schliessen, weil diese die Vorschriften nicht umgesetzt hatten. Alle drei sind in der Zwischenzeit wieder geöffnet. Bussen an säumige Geschäfte verteilten die Behörden keine. «Wir haben zuerst informiert und beraten und Schliessungen dort vorgenommen, wo die Kommunikation nicht gefruchtet hat», sagte Steffen.

Keine Lockerung der Abstandsregeln

Keine Welle an Ansteckungen hat die Partynacht in der Steinenvorstadt von Mitte Mai mit sich gebracht. Auch nicht die Ansammlungen von Menschen, die sich am Rheinbord versammeln. «Wir haben keine Muster entdeckt», sagte Steffen. Dennoch mahnte er, dass man sich weiterhin nicht die Hand schütteln und die Abstandsregeln beachten soll. «Für mich als Präventivmediziner wäre es ein Albtraum, wenn wir uns morgen wieder die Hand schütteln und nahe beieinander sein würden. Wir befinden uns noch nicht auf sicherem Grund.» Steffen sieht daher eine Lockerung der Abstandsregeln als nicht angebracht.

Engelberger zog insgesamt eine positive Bilanz über das Verhalten der Bevölkerung während der letzten Wochen und bezüglich der Einhaltung der Schutzmassnahmen und Regeln. «Im Allgemeinen läuft es gut. Ich hoffe, dass es weiterhin so gehen wird.»

2 Kommentare
    Mira Alba

    50 Infizierte pro 100 000 Einwohner? Woher kommt diese Zahl? Per Tagesbulletin vom 4.6. gibt es 50 Gestorbene und 979 positive Fälle in BS. Pro 100 000 Einwohner kommen bei 200 000 Einwohner somit 25 Gestorbene oder 489 positive Fälle. Mit 50 meinen sie somit vermutlich die Zahl der Gestorbenen. Sie finden die Zahlen einfach aufbereitet und erklärt unter coronavirus.bs.ch/aktuelles.html.