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Essay zum Wert der KunstErst Systemsprenger, jetzt systemrelevant

Ob Grosskonzern oder Kleinkünstler: Alle pochen auf ihre Systemrelevanz. Wo bleiben Eigenwert von Kunst und Qualitätsdebatten?

Montag, 22. Juni. In der «Night of Light» machen die Kulturveranstalter auf ihre Notlage aufmerksam. Im Bild: Der Neubau des Basler Kunstmuseums.
Montag, 22. Juni. In der «Night of Light» machen die Kulturveranstalter auf ihre Notlage aufmerksam. Im Bild: Der Neubau des Basler Kunstmuseums.
Foto: Dominik Plüss

Schlagartig wollen alle systemrelevant sein. Vor zehn Jahren waren es nur die Banken. Laut Institut für Deutsche Sprache (IDS) boomte der Begriff «Systemrelevanz» zuerst während der Finanzkrise 2008/2009. Als systemrelevant galt damals, wer unverzichtbar war für ein stabiles Wirtschafts- und Finanzsystem – und diejenigen wurden deshalb staatlich unterstützt. Too big to fail. In der Schweiz wurde «systemrelevant» zum Unwort des Jahres 2013. Begründung: Das Wort sei ein Hohn. Ein Geldinstitut müsse dem Staat nur lange genug auf der Nase herumtanzen, schon werde es für systemrelevant erklärt.

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