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In Amsterdam und RotterdamErneut Corona-Krawalle in den Niederlanden

Grosse Gruppen vorwiegend junger Leuten zogen am zweiten Abend in Folge randalierend durch die Stadtzentren und griffen die Polizei an.

Verschiedene Gruppen ziehen derzeit randalierend durch Hollands Städte und greifen dabei die Polizei an. Unter den Gewalttätigen sind Corona-Leugner und Fussball-Hooligans.
Verschiedene Gruppen ziehen derzeit randalierend durch Hollands Städte und greifen dabei die Polizei an. Unter den Gewalttätigen sind Corona-Leugner und Fussball-Hooligans.
Foto: Marco de Swart (Keystone/AFP)

Die Niederlande haben am Montagabend erneut schwere Ausschreitungen in Folge von aus dem Ruder gelaufenen Protesten gegen die Corona-Ausgangssperre erlebt. Hunderte gewaltbereite Jugendliche randalierten nach Polizeiangaben bis zum späten Montagabend in mehreren Städten und griffen die Polizei an. Die Menschen hatten sich kurz vor Beginn der Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie in Stadtzentren versammelt. In grossen Gruppen zogen sie plündernd und randalierend durch die Strassen. Unruhen wurden aus etwa zehn Städten gemeldet – darunter Amsterdam, Den Haag und Rotterdam. Mehr als 151 Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen.

«Schamlose Diebe», klagte Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb über den Mob. In seiner Stadt waren unter anderem Geschäfte zerstört und geplündert worden. «Wir konnten noch keine Bestandsaufnahme machen, aber es ist trotzdem eine traurige Bilanz», wurde er von der Zeitung «De Telegraaf» zitiert. In Den Bosch waren die Ereignisse nach einem Bericht eines Reporters des TV-Senders NOS «gehörig aus dem Ruder gelaufen». Nach einem Feuerwerk sei eine sehr grosse Gruppe von Randalierern in die Stadt gezogen. «Auf der gesamten Strecke wurden Plünderungen begangen, Feuer gelegt, Autos zerstört, Geschäfte geplündert.»

Die mobile Einheit der Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein. Mehrere Personen wurden verhaftet.
Die mobile Einheit der Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein. Mehrere Personen wurden verhaftet.
Foto: Marco de Swart (Keystone/AFP)

In Rotterdam wurden Polizisten nach Berichten von NOS von rund 100 Randalierern mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Die mobile Einheit der Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Nach Polizeiangaben wurden in der Hafenstadt rund 50 Menschen festgenommen.

Randalierer zogen durch verschiedene Städte der Niederlande, schlugen Fensterscheiben ein und plünderten Geschäfte. Bushaltestellen wurden demoliert, Feuer gelegt und Polizisten mit Feuerwerk und Steinen angegriffen. Auch Journalisten und Kamera-Teams waren nach Medienberichten Opfer von Gewalt. Die Polizei forderte inzwischen über Twitter Bürger auf, eventuelle Videoaufnahmen von den Ereignissen einzusenden, um die Ermittlungen zu erleichtern.

In Brabant und den Bosch versuchten Randalierer nach Medienberichten auch, in Krankenhäuser einzudringen. Die Polizei habe die Zugänge weiträumig abgeriegelt. Krankenwagen mussten in andere Kliniken ausweichen.

Lage gegen Mitternacht unter Kontrolle

Gegen Mitternacht hatte die Polizei die Lage weitgehend unter Kontrolle, wie Polizeichef Willem Woelders im TV-Sender NOS sagte. «Wir stellen fest, dass es im grössten Teil der Niederlande wieder ruhig ist.»

Anlass der Unruhen sind die von der Regierung verhängten verschärften Corona-Massnahmen und eine seit Samstag geltende Ausgangssperre. Doch Polizei und Bürgermeister der betroffenen Städte gehen davon aus, dass sich verschiedene Gruppen an den Krawallen beteiligen – darunter Corona-Leugner und Fussball-Hooligans und Neonazis.

Sonntagnacht hatten schwere Unruhen in etwa zehn Städten das Land erschüttert. Die Polizei hatte von den schlimmsten Krawallen seit 40 Jahren gesprochen. Polizei und Bürgermeister hatten zuvor bereits vor weiteren Unruhen gewarnt, nachdem mehrere Aufrufe in den sozialen Medien erschienen waren. Erste Krawalle hatte es bereits am Samstag gegeben.

Am Samstagabend war in den Niederlanden erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie landesweit eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21.00 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstösse werden mit Geldbussen von 95 Euro bestraft.

SDA/chk

23 Kommentare
    Theodor Kirchner

    Bald in diesem Theater, nur mit ein klitze kleine Unterschied:

    die Schweiz belegt weltweit Platz 2 mit Waffen pro Kopf pro Einwohner, Bern sollte es DC gleich machen.....aber ob das Milität 3 Millionen Schwer Bewaffnete Bürger Aufhalten kann?? Ich wage es zu Bezweifeln!!