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Gespräch statt OhrfeigeEr kämpfte gegen den Kadavergehorsam

Der 95-jährige Hans Näf war der allererste Leiter des Schulpsychologischen Dienstes in Basel. Körperstrafen und eiserne Disziplin waren zu jener Zeit in Schulen und vor allem Heimen noch gang und gäbe.

Von grob bis antiautoritär – der 95-jährige Hans Näf hat während seiner beruflichen Karriere mehrere Erziehungstrends miterlebt.
Von grob bis antiautoritär – der 95-jährige Hans Näf hat während seiner beruflichen Karriere mehrere Erziehungstrends miterlebt.
Foto: Nicole Pont

Selbstständig denkende Wesen und nicht unterwürfige, verängstigte Befehlsempfänger – so stellte sich Hans Näf am Anfang seiner Lehrerkarriere seine Schüler vor. Er wollte sie nicht mit Druck zu Kadavergehorsam erziehen. Gerade eben war der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. Zu präsent waren dem angehenden Lehrer die Rechtfertigungen von Nazikriegsverbrechern, die ihre Gräueltaten mit ihrer Pflicht, blind zu gehorchen, rechtfertigten. Solche Verhaltensmuster wollte der angehende Lehrer nicht fördern. Denn obwohl sich Hans Näf positiv an seine eigene Schulzeit in Wolhusen und im Klosterinternat Engelberg erinnert, gehörten autoritäre Erziehung, Zucht und Ordnung in jener Zeit zum Alltag. «Ich war vorwiegend zu Gehorsam erzogen worden, zu einem manipulierbaren Katholiken und Soldaten», sagt Hans Näf.

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