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Das walisische Märchen ist um ein Kapitel reicher

Der Geheimfavorit Belgien muss die Koffer packen – das Überraschungs-Team Wales feiert den Halbfinal-Einzug. Dort treffen sie auf Cristiano Ronaldos Portugal.

Höhenflug geht weiter: Die Waliser schlagen auch die Belgier und treffen im Halbfinal auf die Portugiesen. (1. Juli 2016)
Höhenflug geht weiter: Die Waliser schlagen auch die Belgier und treffen im Halbfinal auf die Portugiesen. (1. Juli 2016)
Paul Ellis, AFP
Er macht alles klar: Sam Vokes schiesst die Red Dragons zum endgültigen Sieg gegen Belgien. Bild: Clive Rose/Getty Images
Er macht alles klar: Sam Vokes schiesst die Red Dragons zum endgültigen Sieg gegen Belgien. Bild: Clive Rose/Getty Images
Clive Rose/Getty Images
Die wenigen walisischen Fans im Stadion sind jedoch mit vollem Einsatz dabei.
Die wenigen walisischen Fans im Stadion sind jedoch mit vollem Einsatz dabei.
Petr David Josek, Keystone
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Wales abhängig von Gareth Bale? Von wegen. Der letzte britische EM-Vertreter lieferte gegen Belgien den Gegenbeweis, gewann mit einer beherzten Teamleistung und Aaron Ramsey als zweifachem Tor-Vorbereiter nicht unverdient und steht bei seiner ersten EM-Teilnahme im Halbfinal, wo Portugal wartet.

Abwehrchef Ashley Williams (30.) und der für Sam Vokes in die Startformation gerückte Stürmer Hal Robson-Kanu schossen die Waliser zum Sieg über das belgische Starensemble und in den Halbfinal. Vokes' 3:1 in der 86. Minute, fünf Minuten nach seiner Einwechslung, bedeutete die Entscheidung. In der Startphase hatte Radja Nainggolan die Belgier mit einem wunderbaren Weitschuss noch in Führung gebracht (10.).

Nainggolan traf für die furios in die Partie gestarteten Belgier mit einem sehenswerten Weitschuss aus 28 Metern nach zehn Minuten. Doch die Waliser kriegten die Roten Teufel in der Folge unter Kontrolle und überraschten den grossen Favoriten mehr als nur einmal. Das 1:1 durch Captain Ashley Williams nach einer einstudierten Corner-Variante war verdient. Und das 2:1 durch Robson-Kanu nach der Pause überraschte nur bedingt, obwohl die Belgier wiederum schwungvoll aus der Kabine gekommen waren.

In der Anfangsphase überrollte Belgien die Waliser regelrecht. Angepeitscht von 150"000 belgischen Anhängern im und ums Stade Pierre Mauroy von Lille drängten die Roten Teufel mit aller Vehemenz auf den Führungstreffer. Zunächst scheiterten sie aber an Torhüter Wayne Hennessey oder, wie bei einer Dreifach-Chance in der 7. Minute, an der Rettungsaktion eines zurückgeeilten Verteidigers für den geschlagenen Goalie. Mit zunehmender Spieldauer schienen die Belgier dem immensen Druck zu erliegen.

Die Waliser setzten derweilen auch in Lille ihre Erfolgsserie fort und feierten mit dem vierten Sieg im fünften EM-Spiel den grössten Erfolg der 140-jährigen Verbandsgeschichte. Erneut beeindruckten sie in ihrem variablen 3-2-4-1-System mit einem hervorragenden Kollektiv. Und mit Aaron Ramsey verfügten sie über den alles überragenden Einzelspieler. Der Mittelfeldspieler von Arsenal wird am Mittwoch im Halbfinal in Lyon gegen Portugal allerdings fehlen, nachdem er eine Viertelstunde vor Schluss nach einem Hands verwarnt worden ist.

Wales - Belgien 3:1 (1:1)

Stade Pierre Mauroy, Lille. - 45'936 Zuschauer. - SR Skomina (SLO). Tor: 13. Nainggolan (Hazard) 0:1. 30. Ashley Williams (Corner Ramsey) 1:1. 55. Robson-Kanu (Ramsey) 2:1. 86. Vokes (Gunter) 3:1. Wales: Hennessey; Chester, Ashley Williams, Davies; Allen, Ledley (78. King); Taylor, Ramsey (90. Collins), Bale, Gunter; Robson-Kanu (80. Vokes). Belgien: Courtois; Meunier, Alderweireld, Denayer, Jordan Lukaku (75. Mertens); Witsel, Nainggolan; Carrasco (46. Fellaini), De Bruyne, Hazard; Romelu Lukaku (83. Batshuayi). Bemerkungen: Wales komplett, Belgien ohne Vertonghen (verletzt) und Vermaelen (gesperrt). Verwarnungen: 5. Davies (Foul/im Halbfinal gesperrt). 16. Chester. 24. Gunter. 60. Fellaini (alle Foul). 75. Ramsey (Handspiel/im Halbfinal gesperrt). 85. Alderweireld (Foul).

SDA/jul

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