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Aus für die RegierungspräsidentinElisabeth Ackermann verzichtet auf eine weitere Kandidatur

Nach ihrem schlechten Resultat im ersten Wahlgang hat sich Elisabeth Ackermann entschieden, auf ihre Kandidatur im zweiten Wahlgang zu verzichten.

Am Sonntag sagte  Elisabeth Ackermann noch, dass sie zum zweiten Wahlgang antreten will.
Am Sonntag sagte Elisabeth Ackermann noch, dass sie zum zweiten Wahlgang antreten will.
Foto: Nicole Pont

Am Dienstagmorgen hat Elisabeth Ackermann die Grünen Basel-Stadt informiert, dass sie auf eine erneute Kandidatur im zweiten Wahlgang für die Regierungsrats- und Regierungspräsidiumswahlen nicht mehr antreten wird. «Ich bedaure es sehr, die politische Arbeit aufzugeben, die ich sehr gern gemacht habe. Ich habe sie nach besten Wissen und Gewissen im Interesse von Basel-Stadt und im Interesse meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleistet, jedoch fehlt mir unter den gegebenen Umständen die Kraft, in einen zweiten Wahlgang zu gehen», sagt Elisabeth Ackermann und dankt allen, die sie unterstützt und gewählt haben.

Wie die Grünen Basel-Stadt mitteilen, bedauern sie diesen Entscheid. Elisabeth Ackermann sei das Opfer einer öffentlichen Kampagne. Die Partei können nachvollziehen, dass sich Elisabeth Ackermann dem Druck nicht weiter aussetzen wolle. Die Grünen Basel-Stadt werden an ihrer Mitgliederversammlung das weitere Vorgehen beschliessen.

Nach Ackermanns Absage stellt sich die Frage, wer nun an ihrer Stelle in den Wahlkampf steigen wird. Mögliche Personalien sind die beiden Basta!-Politikerinnen Sibel Arslan und Heidi Mück, die beide eine Kandidatur noch nicht ausgeschlossen haben.

FDP bleibt zuversichtlich

Muss der freisinnige Sicherheitsdirektor Baschi Dürr nun zittern, weil die Karten nach dem Rückzug von Elisabeth Ackermann neu gemischt werden? Zwar haben es im ersten Wahlgang alle vier bürgerlichen Kandidaten in die vordersten sieben Ränge geschafft, doch Baschi Dürrs Vorsprung auf die achtplatzierte Esther Keller (GLP) fiel mit 297 Stimmen Differenz relativ knapp aus. FDP-Präsident Luca Urgese zeigt sich unbeirrt: «Wir waren in der ersten Runde erfolgreich mit unserer Strategie. Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern, nur weil bei Rot-Grün Panik und Chaos herrschen.» Das bürgerliche Duo mit Baschi Dürr und LDP-Kandidatin Stephanie Eymann bringe Führungserfahrung und Stabilität mit – in den Augen Urgeses zwei Vorteile, die sich in der neuen Situation gar noch akzentuieren könnten. Von der linken Seite komme nämlich nun «irgendjemand Neues, der in einem Monat ein Wunder vollbringen soll».

Der Entscheid Ackermanns, nicht mehr zur Wahl anzutreten, taxiert Urgese als «weitsichtig und im Interesse des Kantons». Er möchte seinen «Respekt zum Ausdruck bringen für diesen sicher nicht einfachen Entscheid». Die Wählerschaft habe am Wahlsonntag gezeigt, dass sie gegenüber Ackermanns Leistungsausweis kritisch eingestellt sei. «Das zu erkennen und Konsequenzen zu ziehen, braucht Grösse», sagt Urgese. Im Kantonsinteresse sei der Entscheid, weil er «eine Möglichkeit bietet für einen Neuanfang im Präsidialdepartement, der dringend notwendig ist».

LDP: «Für uns ändert sich nichts»

Auch LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein gibt sich unbesorgt: «Für uns ändert sich nichts.» Sie sehe «weit und breit keine Kandidatin», die bekannter oder geeigneter wäre als Ackermann und insofern aus bürgerlicher Sicht eine Gefahr darstellen könnte.

Dass Ackermann doch noch die Reissleine ziehen würde, hat von Falkenstein nicht erwartet: «Es tönte so, als ob man an ihr festhalten und von ihrer Arbeit überzeugt sein würde.» Sie findet den Entscheid darum auch etwas seltsam: «Hat sie ihre Arbeit doch nicht so gut gemacht?», fragt die LDP-Präsidentin.

78 Kommentare
    Luc Holzer

    Der Verzicht auf eine weitere Kandidatur... die einzig gute Entscheidung, welche sie während der letzten vier Jahre getroffen hat.