Zum Hauptinhalt springen

Wintereinbruch in MitteleuropaJetzt schneits sogar in Holland

Der über Zentral- und Nordeuropa wütende Wintereinbruch hat auch die Niederlande erfasst – und ihr den ersten Schneesturm seit mehr als zehn Jahren beschert. In Deutschland muss die Bahn den Nah- und Fernverkehr auf mehreren Strecken einstellen.

Der Winter meldet sich in Deutschland zurück: Ein Räumfahrzeug fährt über eine Brücke über die Autobahn A7 im Bundesland Niedersachsen.
Der Winter meldet sich in Deutschland zurück: Ein Räumfahrzeug fährt über eine Brücke über die Autobahn A7 im Bundesland Niedersachsen.
Foto: Julian Stratenschulte (Keystone/7. Februar 2021)

Mit Schneeverwehungen, Glatteis, Eisregen und Zugausfällen hat der für das Wochenende vorhergesagte Wintereinbruch in der Nacht zum Sonntag im Norden und in der Mitte Deutschlands vielerorts beträchtliche Verkehrsbehinderungen verursacht. Die Deutsche Bahn stellte zahlreiche Verbindungen im Nah- und Fernverkehr ein. Betroffen waren nach Angaben des Unternehmens vom Sonntag unter anderem die Strecken zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln sowie Hamburg und Dortmund/Köln.

Auch der Fernverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde bis auf weiteres eingestellt. Zudem verkehren am Sonntag keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland. Der Fernverkehr zwischen Berlin und Frankfurt über Braunschweig/Kassel ruht ebenfalls bis auf weiteres.

Auch Regionalverbindungen wurden in mehreren Bundesländern gestrichen. So meldete die Bahn beispielsweise in Nordrhein-Westfalen Störungen unter anderem auf den Strecken zwischen Münster und Recklinghausen, Duisburg und Düsseldorf sowie Duisburg und Krefeld.

Auf den Strassen führte der Wintereinbruch ebenfalls zu teils heftigen Behinderungen. Auf der eingeschneiten Autobahn 7 bei Kirchheim in Hessen blieben in einer Steigung zehn Sattelzüge stecken, wie die Polizei in Bad Hersfeld mitteilte. Im weiteren Verlauf der A 7 kam der komplette Verkehr in der Nacht zum Sonntag für vier Stunden zum Erliegen.

Mehrere Unfälle auf der Autobahn

In Niedersachsen musste in der Nacht zum Sonntag die A 30 am Schüttorfer Kreuz nach einem Unfall in Fahrtrichtung Hannover voll gesperrt werden. Bei starkem Schneefall und Schneeverwehungen war der Fahrer eines Sattelzugs von der Fahrbahn abgekommen. Der LKW kippte auf die Fahrerseite und legte sich quer über die Fahrbahn. Der 30-jährige Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon.

Heftige Schneefälle wurden auch aus dem Münsterland gemeldet. In Rheinland-Pfalz stürzten bei Eisregen mehrere Bäume auf die Autobahn 48 zwischen Höhr-Grenzhausen und dem Dreieck Dernbach. Die Fernstrasse wurde in diesem Bereich gesperrt. Nach Angaben der Koblenzer Polizei drohten am Sonntagmorgen weitere Bäume auf die Autobahn zu kippen.

Heikle Fahrt in den Schneemassen: Ein Auto übersteuert, als es über eine Strasse in der Region Hannover fährt.
Heikle Fahrt in den Schneemassen: Ein Auto übersteuert, als es über eine Strasse in der Region Hannover fährt.
Foto: Julian Stratenschulte (Keystone/7. Februar 2021)

Andere Polizeidienststellen in den betroffenen Bundesländern meldeten hingegen nur wenige wetterbedingte Einsätze. Weitere massive Schneefälle bei teils starkem Wind werden am Sonntag unter anderem in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens, Thüringens, Sachsen-Anhalts und Sachsens erwartet. Die Behörden riefen dazu auf, Autofahrten wenn möglich zu vermeiden.

Erster Schneesturm in der Niederlande seit 10 Jahren

Der über Zentral- und Nordeuropa wütende Wintereinbruch hat auch die Niederlande erfasst – und ihr am Sonntag den ersten Schneesturm seit mehr als zehn Jahren beschert. Angesichts der befürchteten Auswirkungen wurden unter anderem alle Corona-Testzentren im Land geschlossen.

Schlittelspass auf einem Hügel in Rotterdam.
Schlittelspass auf einem Hügel in Rotterdam.
Foto: Pieter Stam de Jonge (Keystone)

Nach der Skala des Wetterdienstes KNMI handelte es sich um den ersten Schneesturm seit Januar 2010, der die Niederlande traf. Für das gesamte Land wurde wegen der Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometern die Warnstufe Rot ausgegeben. Motorradfahrer wurden aufgerufen, ihre Zweiräder stehen zu lassen. Dutzende Autos rutschten von den Strassen, selbst ein Schneepflug fiel in einen Strassengraben.

Für die kommenden zehn Tage werden ebenso wie in Deutschland auch für die Niederlande Minus-Temperaturen vorausgesagt. Viele Niederländer nahmen dies mit Freude auf, weil das Schlittschuhlaufen in dem Land besonders beliebt ist. Wegen der Corona-Bestimmungen bestehen trotz der Kälte aber keine Aussichten, dass der Elf-Städte-Marathon auf Eis, die traditionelle Elfstedentocht, erstmals seit 1997 wieder stattfinden könnte.

Mehr Spass als Ernst: In Amsterdam liefern sich Passanten eine Schneeballschlacht mit der Polizei.
Video: Twitter, 20min/News-Scout

AFP/fal

22 Kommentare
    Dieter Jann

    Ja, wir hatten gestern Schnee im Süden. Dann kam in den Nordtälern ein Föhnsturm. Wetter ist halt Wetter.