Zum Hauptinhalt springen

GrenzerfahrungenEinst gegen Nazis, heute gegen Covid

Vor 75 Jahren sicherte Oberleutnant Rudolf Hediger (100) die Schweizer Grenze gegen die Deutschen. Bis letzte Woche verteidigte Oberleutnant Colin Buslinger (28) die Landesgrenze gegen Covid-Eindringlinge. Ein Erfahrungsaustausch am Grenzposten in Biel-Benken.

Oberleutnant Rudolf Hediger rückt mit seinem Rollator noch einmal an die Grenze vor und sucht das Gespräch mit Oberleutnant Colin Buslinger. Der Hochbetagte hat eine amerikanische Offiziersuniform mit dabei, die er nach Kriegsende vor 75 Jahren geschenkt erhielt.
Oberleutnant Rudolf Hediger rückt mit seinem Rollator noch einmal an die Grenze vor und sucht das Gespräch mit Oberleutnant Colin Buslinger. Der Hochbetagte hat eine amerikanische Offiziersuniform mit dabei, die er nach Kriegsende vor 75 Jahren geschenkt erhielt.
Foto: Florian Bärtschiger

Das Ende eines Einsatzes an der Grenze ist von belangloser Gewöhnlichkeit. Abrüsten. Das war damals, als Deutschland am 8. Mai 1945 kapitulierte und in der Schweiz die Kirchenglocken das Ende des Zweiten Weltkrieges einläuteten, nicht anders als heute. Rudolf Hediger wird am 4. Juli seinen 101. Geburtstag feiern. Er stand seinerzeit unmittelbar vor dem Rang eines Oberleutnants der Grenzbrigade 4 im Bataillon 250 und musste die Munition zum Zeughaus zurückbringen. Die anderen Geschosse, die sich während seiner rund 1200 Aktivdiensttage aus ungeklärten Gründen bei ihm angehäuft hatten, hatte er bereits heimlich im Rhein entsorgt. Seine Söhne spotten, das sei jene Munition, die kürzlich in einem Kiesbett auf einer Baustelle im St.-Alban-Graben aufgetaucht sei. Dann, am 8. Mai 1945, begab sich Hediger in seiner Uniform auf den Weg nach Hause. Fertig Nazi-Krieg.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.