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Porträt eines Vegi-PioniersEinst als Spinner beschimpft, heute Chef von 40 Angestellten

Walter Dänzer produziert seit bald vierzig Jahren Lebensmittel ohne tierische Produkte. Sein Vater finanzierte ihm mit seinem Ersparten die erste Lieferung Sojafleisch.

«Kein Tier sollte leiden, damit ich mich ernähren kann»: Walter Dänzer in seiner Firma Soyana in Schlieren.
«Kein Tier sollte leiden, damit ich mich ernähren kann»: Walter Dänzer in seiner Firma Soyana in Schlieren.
Foto: Basil Stücheli

Ein Spinner sei er. Krank würde er werden – und pleitegehen. Solche Aussagen hörte er öfter, als er beschloss, sich ohne tierische Produkte zu ernähren und später eine Firma zu gründen, die vegetarische sowie vegane Lebensmittel herstellt. Diese Vorstellung war in den Siebzigern für viele absurd. Doch der damals 24-jährige Walter Dänzer war getrieben vom Idealismus, «die Welt zu verbessern», wie er sagt.

Heute ist Dänzer 73, fit und nicht verarmt. Ein Schweizer Vegi-Pionier, dessen Unternehmen Soyana 1981 das erste hierzulande war, das einen Fleischersatz aus Soja anbot. Und später das erste weltweit, das ein Joghurt aus den Bohnen produzierte. Obwohl längst pensioniert, tüftelt Dänzer noch immer in seiner Fabrik im zürcherischen Schlieren, wo er auch wohnt. Er beschäftigt dreissig Fest- sowie zehn Teilzeitangestellte, die mit ihm stetig Neuheiten entwickeln und herstellen. Kürzlich etwa die vegane Nachahmung von Omeletten und Rührei. Sie wurde diesen Sommer von der Tierschutzorganisation Peta mit dem «Vegan Food Award» ausgezeichnet. «Der Preis ist eine Anerkennung für die Arbeit, die mich beflügelt. Ich erachte sie als sinnvoll und will der Menschheit dienen», sagt Dänzer. Dienen möchte er mit seinen rund 130 verschiedenen Bioprodukten aus pflanzlichen Rohstoffen, die eine gesunde, fleischlose Ernährung ermöglichen sollen. Dass er damit sein Geld verdient, sei lediglich ein positiver Nebeneffekt.

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