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Galaxy Z Fold 2 im TestEine Woche mit Samsungs neustem Falthandy

Nach einem schlechten ersten Jahr geht die neue Gerätekategorie ins zweite Jahr. Wir haben das neuste Modell im Alltag ausprobiert.

Wenn man das Fold 2 nur halb aufklappt, wird es zum Mini-Laptop oder zum bequemen Mini-TV im Zug.
Wenn man das Fold 2 nur halb aufklappt, wird es zum Mini-Laptop oder zum bequemen Mini-TV im Zug.
Foto: Rafael Zeier

Dass Falthandys einen schlechten Start hingelegt haben, ist noch eine Untertreibung. Das Galaxy Fold von Samsung musste letztes Jahr kurz vor dem Verkaufsstart zurückgerufen werden, da es ersten Testern schon kaputtgegangen war. Das Motorola Razr wirkte unfertig, und das Huawei Mate X wurde vom US-Boykott unsanft ausgebremst.

Erst das Galaxy Z Flip machte dieses Frühjahr einen durchdachten und polierten Eindruck. Nun hat Samsung mit dem Galaxy Z Fold 2 (2000 Franken) den Nachfolger des ersten Falthandys lanciert. Am Prinzip ändert sich nichts. Es ist wiederum eine Art iPad mini zum Zusammenklappen. Nebst einem grossen (fast quadratischen) Bildschirm, der beim Zusammenfalten im Inneren des Geräts verschwindet, hat es aussen einen zweiten Bildschirm, sodass man das Fold zusammengeklappt als relativ längliches und dickes Smartphone verwenden kann.

Zusammengeklappt gleicht das Fold 2 einem Keil.
Zusammengeklappt gleicht das Fold 2 einem Keil.
Foto: Rafael Zeier
Auf der Rückseite findet sich eine Dreifachkamera.
Auf der Rückseite findet sich eine Dreifachkamera.
Foto: Rafael Zeier
Einmal aufgeklappt, kommt der Hauptbildschirm zum Vorschein.
Einmal aufgeklappt, kommt der Hauptbildschirm zum Vorschein.
Foto: Rafael Zeier
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Ein paar Aspekte hat Samsung im Vergleich zum Vorgänger (lesen Sie hier: Begeisterung und Panik mit dem Falthandy) aber deutlich verbessert.

  • Design: Mit seinem kantigeren Look sieht das Fold 2 nun nicht mehr aus wie zwei lustlos zusammengeklebte Smartphones. Auch gefällt die neue Bronzefarbe.
  • Klappmechanismus: Hatte man beim ersten Fold ständig Angst, etwas kaputt zu machen, wirkt das Handy nun deutlich vertrauenserweckender. Zudem kann man das Fold 2 auch in angewinkeltem Zustand nutzen. So wird das Mini-Tablet zu einer Art Touchscreen-Laptop – vorausgesetzt die Apps unterstützen das.
  • Powerknopf: Da im Faltbildschirm kein Platz für einen Fingerabdrucksensor ist, hat den Samsung beim Fold unterhalb des Powerknopfs platziert. Das war mühsam und unintuitiv. Beim Fold 2 hat Samsung Powerknopf und Fingerabdrucksensor fusioniert. Das Design hat sich schon vor Jahren bei Sony-Handys bewährt und gefällt nun erneut.
  • Hauptbildschirm: Der Faltbildschirm ist nicht nur grösser geworden, er wird nun oben rechts auch nicht mehr von einer grossen Kamera-Phalanx unterbrochen. Für Selfies und Gesichtserkennung hat das Fold 2 nur ein kleines Loch im Bildschirm. Ein weiteres Plus: Dank variabler Bildwiederholfrequenz wirkt das Display angenehm ruhig.
  • Zweitbildschirm: Einer der Hauptkritikpunkte am Galaxy Fold war der sehr kleine Aussenbildschirm. Nun füllt der zweite Bildschirm die gesamte Geräteoberfläche von oben bis unten. So kann man das Fold 2 bequem auch als (etwas lang gezogenes) Smartphone nutzen.

In den Alltag hat sich das Fold 2 deutlich besser eingefügt als sein Vorgänger. Beim Test damals hatte ich ständig Angst um das über 2000 Franken teure Testgerät. Ich traute mich kaum, es anderen Menschen in die Hand zu geben, aus Angst, sie könnten es zerbrechen. Mag sein, dass ich in den letzten Monaten entspannter im Umgang mit Falthandys geworden bin, aber das Fold 2 gebe ich anderen Menschen deutlich lieber in die Hand.

Zwei Probleme hat Samsung aber immer noch nicht behoben: Zum einen ist auch das neuste Fold nicht wasserdicht, sodass man sich schon bei leichtem Regen Sorgen machen muss. Und leider sind Android und die meisten Apps immer noch nicht parat für die neue Geräteklasse.

Für ein drittes Problem kann Samsung aber nichts: Wegen Corona macht ein Falthandy heute deutlich weniger Sinn als noch vor einem Jahr. Gerade unterwegs war es reizvoll, ein Smartphone und ein Mini-Tablet in einem zu haben. Nun, da mindestens ich deutlich weniger pendle und mehr zu Hause bin, greife ich lieber gleich zum iPad, als ein Handy aufzufalten.