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Vor dem MeisterschaftsbeginnEine Saison mit einigen Fragezeichen

Der EHC Basel startet heute gegen den EHC Thun in die neue Mysports-League-Spielzeit. Trotz den Unsicherheiten wegen des Coronavirus haben die Basler hohe Ziele: Der Playoff-Final soll es werden.

Unter dem neuen Übungsleiter Christian Weber möchte der EHC das Projekt Aufstieg wieder in Angriff nehmen.
Unter dem neuen Übungsleiter Christian Weber möchte der EHC das Projekt Aufstieg wieder in Angriff nehmen.
Foto: Kostas Maros

Vor exakt 205 Tagen erreichte der EHC Basel etwas Spezielles. Erstmals seit langer Zeit standen die Basler in einem Playoff-Final. Zum finalen Duell um den Aufstieg in die Swiss League gegen Martigny kam es aber nie. Zuerst wurde die Serie wegen des Coronavirus verschoben, wenig später ganz abgesagt. Ein bitterer Entscheid. EHC-Sportchef Oliver Schäublin sagt rückblickend: «Wir waren damals gut unterwegs, hätten den Aufstieg schaffen können.» Weiter nachtrauern will man dieser verwehrten Gelegenheit aber nicht. Vielmehr hat der Club auch für die kommende Spielzeit hohe Ziele. Der EHC strebt eine erneute Teilnahme am Playoff-Final an. Schliesslich wollen die Basler mittelfristig den Aufstieg in die Swiss League schaffen.

Dieses Vorhaben hat letztlich auch Christian Weber überzeugt, beim EHC Basel als Trainer anzuheuern. Bereits vor drei Jahren hätten die Basler den 56-Jährigen beinahe verpflichtet. Der Deal scheiterte damals allerdings, weil der EHC früher einen Trainer brauchte, als Weber verfügbar gewesen wäre. Dieses Jahr jedoch passte alles. «Das Projekt EHC ist gut aufgegleist und reizt mich wegen der Perspektive Aufstieg schon seit längerem», sagt Weber und führt weiter aus: «Der Club hat sich der Promotion in die Swiss League in den letzten Jahren sukzessive genähert und war vor Jahresfrist nahe dran, sie zu realisieren.» Mit Weber an der Bande soll nun in den nächsten zwei Jahren Verpasstes nachgeholt und der Sprung in die Swiss League gemeistert werden.

Damit dies gelingt, hat man in der Sommerpause das Kader weiter verstärkt und mit ebenjenem Weber einen erfahrenen Trainer geholt. Die Vorbereitung ist gut verlaufen, die Mannschaft hat sich stetig steigern und am Ende auch Oberklassigen Paroli bieten können. Entsprechend optimistisch ist man beim EHC, dass man den hohen Ambitionen gerecht wird. «Das Team ist auf Papier stärker als letzte Saison. Dazu kommt, dass wir deutlich breiter aufgestellt sind. Wenn wir diese Vorraussetzungen in einen Computer eingeben würden, könnten wir mit der Finalqualifikation planen», sagt Schäublin. Doch dass der Sport seine eigenen Gesetze hat und keiner linearen Logik folgt, weiss man auch beim EHC.

Ausgeglichene Liga

In dieser Saison sind die Unsicherheiten noch grösser. Neben den üblichen Unwägbarkeiten wie Verletzungen kommt dieses Jahr das Coronavirus dazu. Jeden Tag müssen die Verantwortlichen beim EHC darauf gefasst sein, dass ein Spieler in die Quarantäne muss. Ein solcher Fall hätte zur Folge, dass man Spiele verschieben muss. Wenn eine Verschiebung nicht mehr möglich ist, verliert der Club forfait. In den Playoffs ist es noch schlimmer. Ein Covid-Fall im Team genügt, und die Saison ist vorbei. Schäublin sagt: «Wenn man hohe Ambitionen hat, ist diese Situation unglücklich. Schon sportlich ist eine Finalqualifikation kein Selbstläufer, so aber wird es zur Lotterie.» Der Club tut jedenfalls alles, um seine Spieler, den Staff und die Zuschauer zu schützen. Alles, was in einer solch unsicheren Lage kontrollierbar scheine, habe der Club laut Schäublin unter Kontrolle.

Doch dies bedeutet für den Verein finanziellen Mehraufwand. Weil der EHC jegliche Symptome von Spielern abklären muss, haben schon viele einen Test gemacht. Das ist teuer. Laut Schäublin betragen die bisher durch Covid-19 entstandenen Zusatzkosten mehrere 10’000 Franken. Geld, das der EHC nun irgendwie wieder einnehmen muss. Dafür sucht der Club auf breiter Front nach Lösungen. Und hofft auf Zuschauer, die sich von der Situation nicht abschrecken lassen und packendes Eishockey sehen wollen.

Solches dürfte in der St.-Jakob-Arena geboten werden. Die EHC-Verantworlichen erwarten erneut eine ausgeglichene Liga. Neo-Trainer Weber sagt: «Ich kannte die Mysports League zuvor nicht, bin aber überrascht vom hohen Niveau.» Als grösste Konkurrenten nennen Weber und Schäublin unisono den EHC Martigny und Dübendorf. Aber wie der EHC Basel bei der Testspielniederlage am Mittwoch gegen Hockey Huttwil erfahren musste: Unterschätzen darf man kein Team. «Die Art und Weise, wie wir dieses Spiel angegangen sind, hat mir nicht gepasst. Wir sind etwas überheblich aufgetreten», analysiert Weber. Dies sollte sich heute beim Saisonstart gegen den EHC Thun nicht wiederholen. Vielmehr wollen die Basler schnell zu ihrem offensiven, gradlinigen Spiel finden. Und allen beweisen, dass mit dem EHC auch diese Saison wieder zu rechnen ist.

Kader: Torhüter: Fabian Liniger, Fabio Haller, Tim Guggisberg. – Verteidigung: Silvio Schmutz, Mathias Hagen, Fabian Steinmann, Tim Löhrer, Michael Maurer, Lucas Smith, Atanasio Molina, Riccardo Auriemma, Thomas Büsser, Stephan Hermkes. – Stürmer: Eric Himelfarb, Zsombor Kiss, Tommaso Terzago, Rubio Schir, Martin Alihodzic, Timo Demut, Jan Zwissler, Robin Studer, Marco Vogt, Ueli Dietrich, Lars Kellenberger, Joshua Schnellmann, Patrick Zahner, Marc Sahli.

Spielplan: 1. Runde: 19.9. 17.30 Uhr. EHC Basel - EHC Thun (St.-Jakob-Arena). – 2. Runde: 23.9. 20 Uhr. Dübendorf - EHC Basel. – 3. Runde: 26.9. 17.30 Uhr. EHC Basel - EHC Bülach (St.-Jakob-Arena). – 4. Runde: 30.9. 20 Uhr. EHC Chur - EHC Basel. – 5. Runde: 3.10. 17.30 Uhr. EHC Basel - Düdingen (St.-Jakob-Arena). – Cup: 5.10. 19.45 Uhr. EHC Basel - SC Bern.