Eine Ikone lebt am Finanzmarkt weiter

Warum der US-Vermögensverwalter Blackrock hinter der Marke Marilyn Monroe her ist.

Glänzender Durchbruch: Monroe singt «Diamonds are a Girl's Best Friend» im Film «Gentlemen Prefer Blondes» (1953). Foto: PD

Glänzender Durchbruch: Monroe singt «Diamonds are a Girl's Best Friend» im Film «Gentlemen Prefer Blondes» (1953). Foto: PD

Sie war schön, eine erfolgreiche Schauspielerin, gilt als Ikone und Sexsymbol des 20. Jahrhunderts und ist seit fast 60 Jahren tot – doch mit Marylin Monroes Namen werden bis heute noch achtstellige Gewinne eingefahren.

Jetzt will der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock ein Stück davon abhaben: Das Unternehmen hat verkündet, 875 Millionen Dollar in die Authentic Brands Group zu investieren, die unter anderem die Rechte an Monroe und vielen weiteren bekannten Marken hält. Diese landen innerhalb des grössten Vermögensverwalters der Welt bei einer neu geschaffenen Abteilung, die sich um Private Equity kümmert, also um ausserbörslich gehandelte Beteiligungen.

Blackrock ist bislang vor allem dafür bekannt, bei sehr vielen grossen Aktiengesellschaften beteiligt zu sein. Mit Philipp Hildebrand, dem Ex-Präsidenten der Nationalbank, betreut ein Schweizer als Co-Vorsitzender in London institutionelle Anleger.

Wer darf an ihr verdienen? Diese Debatte entbrannte kurz nach Monroes Tod 1962. Foto: Michael Ochs Archives, Getty Images

Das New Yorker Unternehmen Authentic Brands Group kaufte im Jahr 2011 den Nachlass des verstorbenen Stars von Anna Strasberg, die diesen bis dato verwaltete. Strasberg ist die Witwe von Monroes langjährigem Freund und Lehrer Lee Strasberg, der 75 Prozent des Gesamtvermögen Monroes erbte. Die restlichen 25 Prozent gingen auf Monroes Wunsch an ihre Psychoanalytikerin.

Tatsächlich entbrannte jedoch bereits kurz nach Monroes Tod eine Debatte darüber, wer weiter an der schönen Blonden verdienen darf. Besonders die Frage, ob die Schauspielerin zum Zeitpunkt ihres Todes New Yorkerin oder Kalifornierin war, beschäftigten auch noch vierzig Jahre später mehrere Gerichte in den Vereinigten Staaten.

Der Name wird zur Marke

Auch in Europa läuft das Geschäft mit der Vermarktung von postmortalen Persönlichkeitsrechten. Markenrechtler schätzen den Umsatz auf mehrere Milliarden Euro. Persönlichkeitsrechte, sowie das Recht am eigenen Bild gehen nach dem Tod der Person an deren Erben über und dürfen von diesen kommerzialisiert werden. «Der Kommerzialisierung sind praktisch keine Grenzen gesetzt», sagt ein Markenrechtsanwalt. Das Bild einer Person könnte auf Werbeplakaten und Waschmittelverpackungen landen.

Personennamen wie Marylin Monroe können zudem zur Marke werden. Durch Eintragung oder Benutzung als solche, ist die Marke dann geschützt. Die Anmeldung eines fremden Namens ohne die Einwilligung des Namensträgers gilt jedoch als Verletzung des Namens- und Persönlichkeitsrechts und ist im markenrechtlichen Sinne als relatives Schutzhindernis anzusehen.

Für die Nutzung einer eingetragenen Marke fallen dann Lizenzgebühren an. Je nach Bekanntheit kann diese Gebühr von einem bis über zwanzig Prozent des Umsatzes ausmachen. Ende 2018 waren nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes 815'589 Marken im Markenregister eingetragen.

Das Pflegekind sang für den Präsidenten

Marylin Monroe wurde am 1. Juni 1926 im kalifornischen Los Angeles unter dem Namen Norma Jeane Baker als Tochter der unverheirateten Gladys Pearl Baker und Martin Edward Mortensen geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in verschiedenen Pflegefamilien, ehe sie nach Hollywood ging und dort am Columbia-Studio Schauspielunterricht nahm.

1953 gelang Monroe mit den Komödien «Gentlemen Prefer Blondes» und «How to Marry a Millionaire» der Durchbruch. Ihren grössten Erfolg hatte sie jedoch mit dem Film «Some Like It Hot» im Jahr 1959 in Zusammenarbeit mit Regisseur Billy Wilder.

Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte Marilyn Monroe am 29. Mai 1962 bei der Geburtstagsfeier des US-Präsidenten John F. Kennedy, bei dem sie das berühmte Lied «Happy Birthday Mr. President» sang.

Zwei Monate später verstarb sie im Alter von 36 Jahren an einer Überdosis des Schlafmittels Barbiturate. Die genauen Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt.

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